Wetterextreme

Trockenheit und Käfer setzen dem Wald rund um Hann. Münden zu

+
Herbst im Hochsommer: Wegen der Trockenheit verfärben sich an vielen Bäumen jetzt schon die Blätter. Unser Bild entstand bei Hedemünden.

Hann. Münden. In den Wäldern rund um Münden sieht es zum Teil aus wie im Herbst. Die Bäume werfen wegen der Trockenheit die ersten Blätter ab.

Die Schäden durch den Sturm Friederike sind noch nicht aufgearbeitet, da stehen die Forstleute vor dem nächsten Problem: Die lang anhaltende Trockenheit setzt auch dem Wald heftig zu. Viele Bäume haben längst ihre Reserven aufgebraucht und werfen nun ihre Blätter ab.

Das sei eine Schutzfunktion, um sich vor dem Austrocknen zu schützen, sagt Annika Meier, Försterin im Mündener Stadtwald. Dies sei jetzt vor allem bei Bäumen zu beobachten, die auf Kuppen auf felsigem Grund stehen oder an Südhängen, wo die Sonne lange scheint. Die Bäume seien im Trockenstress, nötig sei jetzt lang anhaltender Regen. An vielen Stellen im Wald sehe es aus wie im Herbst. Ein weiteres Problem seien die Borkenkäfer, die sich bei Hitze und Trockenheit rasant ausbreiten und den Fichten zusetzen.

Von einer Katastrophe will die Försterin noch nicht sprechen, aber diese Situation sei schon eine besondere Herausforderung. Wie groß die Schäden durch das langsamere Wachstum der Bäume und durch den Käferbefall sein werden, lasse sich noch überhaupt nicht sagen. Es komme nun darauf an, wann es regnet und vor allem wie lange. Mit größeren Ausfällen müsse aber bereits jetzt bei den jungen Bäumen gerechnet werden, die im Herbst und Frühjahr auf Windwurfflächen des Sturms Friederike gesetzt wurden. Um Genaueres zu sagen, sei es noch zu früh.

Ähnlich sieht es auch in den Wäldern des Forstamtes Münden der Niedersächsischen Landesforsten aus. Auch dort rechnet man mit Schäden. Aber für eine erste Schadensbilanz sei noch keine Zeit gewesen, sagt Sabine Steinhoff, stellvertretende Leiterin des Forstamtes. Mit allen Kräften werde derzeit versucht, die Bäume aus dem Wald zu bringen, die von Borkenkäfern befallen sind. Sie spricht von einer Extremsituation für Forst und Waldarbeiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.