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50. Internationaler Weser-Marathon: Von Hann. Münden nach Hameln

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Von: Jens Döll

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Am frühen Morgen ab auf die Weser. Der Start des 50. Wesermarathons um 6 Uhr in Hann. Münden lockte zahlreiche Wassersportler an.
Am frühen Morgen ab auf die Weser. Der Start des 50. Wesermarathons um 6 Uhr in Hann. Münden lockte zahlreiche Wassersportler an. © Mündener Kanu-Club

50. Internationaler Weser-Marathon mit über 1000 Teilnehmern. Der Start fand in Hann. Münden, in aller Frühe statt. Am Tag vorher gab es Ehrungen.

Hann. Münden – Nach zweijähriger Coronapause fand am 1. Mai der 50. Wesermarathon statt. Etwa 1180 Wasser-sportler versammelten sich schon vor dem offiziellen Beginn um 6 Uhr an der Mündener Schleuse. Auf dem Fluss, vor und hinter der Schleuse, oder am Uferrand waren bunte Boote startklar für die Fahrten nach Beverungen (53 Kilometer), Holzminden (80 Kilometer) oder Hameln (135 Kilometer).

Hann. Münden: Start von 1180 Teilnehmern auf der Weser

Es erreichten 430 Sportlerinnen und Sportler Beverungen (Bronze), 540 Holzminden (Silber) und 210 Hameln (Gold). So berichtet Helga Piekatz, Pressewartin des Mündener Kanu-Clubs (MKC).

Am Vortag wurden der MKC und der Kanu-Club Hameln, die im Wechsel den Marathon ausrichten, im Bootshaus des MKC geehrt. Jens Perlwitz, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) bedankte sich bei den Vorstandsvorsitzenden Mario Zlobinski (Kanu-Club Hameln) und Joachim Spiegler (Mündener Kanu-Club). Er berichtete von seinen eigenen Kanu-Erfahrungen. Ende der 1960er-Jahre „fuhren wir mit Faltbooten“ die Weser entlang und dann „zurück mit dem Zug“. Anstrengend sei das gewesen, bei beträchtlichem Gegenwind auf dem Wasser.

Für die Teilnahme an allen 50 Wesermarathonfahrten wurde Udo Rehefeld (rechts) geehrt. Unser Bild zeigt ihn mit Joachim Spiegler, Vorsitzender des Mündener Kanu-Clubs (MKC).
Für die Teilnahme an allen 50 Wesermarathonfahrten wurde Udo Rehefeld (rechts) geehrt. Unser Bild zeigt ihn mit Joachim Spiegler, Vorsitzender des Mündener Kanu-Clubs (MKC). © Mündener Kanu-Club

Joachim Spiegler erinnerte an die Anfänge. 1970 waren es 150 Marathon-Teilnehmer bevor der Internationale Wesermarathon 1971 von Hameln ausgerichtet wurde, seit 1982 im Wechsel mit Hann. Münden. Die Initiatoren waren damals die jetzigen Ehrenvorsitzenden Gerd Spiegler und Werner Imke. Bis vor Grenzöffnung haben sich die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler auf über 3000 gesteigert, danach auf „1300 eingespielt“. Sie kamen aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlanden, Tschechien, Schweiz. Auch die Stationen Holzminden und Beverungen wurden im Laufe der Zeit hinzugenommen. Sein Dank ging an die Helfer und Helferinnen, die ehrenamtlichen Sanitärstationen, die Mündener Geschäftswelt und die Stadtverwaltung. Er ehrte den Verein SV 47/63 Stockum. Dieser Kanu-Club sei mit seinen 41 Teilnehmern, „nicht nur die größte Gruppe, sondern auch die originellste“.

Ruderfreunde aus den Niederlanden

An der 50. Auflage des Wesermarathons nahmen in diesem Jahr 13 Mitglieder des Mündener Rudervereins (MRV) teil. Das teilt MRV-Trainer Thomas Kossert mit. Gemeinsam mit zehn Ruderern der befreundeten Roeivereniging Pampus aus Almere (Niederlande) ruderte die deutsch-niederländische Gruppe in vier Vierern und einem Zweier die Bronzeetappe bis nach Beverungen. „Wir sind froh und dankbar, dass dieses wichtige breitensportliche Event nach zwei Jahren coronabedingter Pause endlich wieder stattfinden konnte”, heißt es MRV-Trainer Kossert.

Udo Rehefeld von der Kanu-Gesellschaft Celle war 50 Mal dabei

Besonders gelobt wurde Udo Rehefeld von der Kanu-Gesellschaft Celle. Er hat an allen 50 Wesermarathonfahrten, immer bis Hameln, immer Gold, teilgenommen. Angefangen hat der jetzt fast 83-jährige als Ruderer in Schülerzeiten. Zum Kanufahren kam er während seiner Ausbildungszeit in Celle. „Für meine vierköpfige Familie war Paddeln im selbst gebauten Canadier familiengerechter“. Seine Frau Antje und seine Kinder waren oft dabei. Seine Taktik, zehn Kilometer fahren, 500 Meter treiben lassen. „Wir machten uns den Spaß, es so einzurichten, dass wir immer zwei Minuten vor 21 Uhr in Hameln ankamen“. Besonders gefürchtet sei „die Gegenwindstrecke nach Karlshafen. Aber ein wenig Schinderei ist halt dabei“. Diesmal sei es günstig, es gebe keinen Wind.

Dr. Albert Emmerich, Präsident des Landes-Kanu-Verbandes Niedersachsen, dankte für das ehrenamtliche Engagement. „Im Kanusport geht vieles ineinander über, Freizeit- und Leistungssport“, der Marathon sei schon dem Leistungssport zuzurechnen. Tobias Dannenberg, Bürgermeister von Münden sicherte künftige Unterstützung beim Marathon zu: „Was wir vonseiten der Stadt tun können, werden wir tun.“ (Jens Döll)

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