Nadelwehr repariert: Übergang von der Werra zu Weser

Hann. Münden. Das Nadelwehr auf der Werra (Nähe historische Werrabrücke) wurde nach Reparaturarbeiten wieder installiert. Drei Tage benötigten Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Münden dafür.

Bernhard Nitsche, Leiter (zurzeit Vertretung), Benedikt Beckmann, zweiter Wasserbaumeister, und Vorhandwerker Ronald Ellermeier, alle vom Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamts Münden, beantworten dazu einige Fragen.

Wann wurde das Wehr gebaut? 

Als Zugang von der Weser zur Werra wurden 1878 als erste Schleuse die Werraschleuse und das Nadelwehr fertiggestellt.

Warum heißt es Nadelwehr und was ist anders als beim normalen Wehr? 

Das Nadelwehr besteht aus einer Reihe von Holzplanken (Nadeln), die auf dem Grund des Flusses durch einen Anschlag an der Wehrsohle und oberhalb der Nadellehne an einem Laufsteg des Wehrbocks durch den Wasserdruck festgehalten werden. So ein Nadelwehr verläuft quer oder diagonal zur Flussachse und muss den Flusslauf, im Gegensatz zum festen, gemauerten Wehr, nicht komplett absperren. Die Wassermenge wird durch Entfernen oder Hinzufügen von einzelnen Nadeln reguliert. Am Werra-Nadelwehr kann ein Unterschied von 1,50 bis 1,80 Meter geschaffen werden.

Welchen Nutzen hat so ein Nadelwehr?

Es dient zum einen dazu, einen Aufstau zu schaffen, um eine bestimmte Wassertiefe für die Schifffahrt oberhalb der Wehranlage zu erzeugen. Zum anderen bewirkt es eine langsamere Fließgeschwindigkeit des Wassers, wodurch Flusssohlen und Brückenpfeiler weniger aus- oder unterspült werden.

Woraus besteht das Wehr, und wie sind die Maße dieses Wehres?

Es besteht aus 185 einzelnen Wehrnadeln, 14 Wehrböcken aus Stahl, 18 Stahlgitterrosten und dazu noch 18 Wehrbockketten. Es ist insgesamt 13 Meter lang und 2,30 Meter hoch.

Bleibt das Wehr das ganze Jahr über im Wasser? 

In der Haupthochwasserzeit von Dezember bis März wird das Wehr niedergelegt, um das Anstauen von Unrat vor dem Nadelwehr zu verhindern. Die Wehrbockketten und die an ihnen befestigten Wehrböcke verbleiben im Wasser, während Geländer, Gitterroste und Nadeln eingelagert werden. Gibt es zwischendurch mal ein Hochwasser, hält das Wehr stand, nur das Geländer wird abmontiert.

Ist es für die Mitarbeiter gefährlich? 

Die Mitarbeiter sind an einem Seil, das über den Fluss gespannt ist, mit Rollen und Gurten mehrfach gesichert. Sie tragen außerdem Schwimmwesten. Es ist noch nie etwas passiert.

Welche Menge Wasser fließt in einer Sekunde durch das Wehr? 

Pro Sekunde 30 bis 40 Kubikmeter Wasser.

Nadelwehr repariert: Faszination an der Schleuse

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