„Wie ein Angriff auf mich“

Unbekannte beschädigen Kunstwerke auf Geschäftsgelände - Polizei sucht Zeugen

Geschäftsführer des Steuerbüros Karmey, Harnald Henze, steht neben einer von zwei steinernen Kopf-Skulpturen. Diese wurde von Unbekannten beschädigt.
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Riss in der Nase: Harnald Henze zeigt auf eine der beiden Skulpturen. Diese wurden von unbekannten Tätern umgeworfen und so beschädigt.

In Hann. Münden wurden zwei Kunstwerke beschädigt. Die Polizei ermittelt in dem Fall und sucht die Täter, die am helllichten Tag zuschlugen.

Hann. Münden – Unbekannte beschädigten bereits am Montag (01.02.2021) in Hann. Münden zwei Kunstwerke. Die steinernen Kopf-Skulpturen befinden sich auf dem Geschäftsgelände von Harnald Henze an der Parkstraße in Münden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen der Tat. Es entstand ein Schaden von etwa 2000 Euro.

Geschäftsführer Harnald Henze ist sprachlos. Er steht vor dem Treppenaufgang zu dem Hann. Mündener Büro seiner Steuerberatungsgesellschaft Kamey an der Parkstraße. Flankiert wird die Treppe von zwei Skulpturen, die große, steinerne Köpfe darstellen. Diese wurden am vergangenen Montag, 1. Februar, mutwillig beschädigt. Nicht etwa in der Nacht, sondern am helllichten Tag, wie Henze berichtet.

Hann. Münden: Randale am helllichten Tag

Das bestätigt auch die Polizei, die die Anzeige wegen Sachbeschädigung entgegennahm. Den Beamten zufolge sei ein Schaden von etwa 2000 Euro entstanden. Es seien drei Jugendliche zur Tatzeit gesehen worden, die in Richtung Mündener Innenstadt liefen, heißt es weiter. Ob es sich um die Täter handeln könnte, ist aber unbekannt.

„Der Angriff auf die Skulpturen fühlt sich an, wie ein Angriff auf mich persönlich“, sagt Henze, der sein Hauptbüro in Göttingen hat. Im November eröffneten sie das Büro in der ehemaligen Musikschule. Vorausgegangen waren zweijährige Renovierungsarbeiten. Die Skulpturen hat er in einem Kunsthandel am Tegernsee erstanden, berichtet Henze. Für ihn spielt Kunst im Leben eine große Rolle. Die Resonanz vieler Passanten auf die Köpfe sei durchweg positiv gewesen.

Nach der Tat: Dieses Bild zeigt einer der umgeworfenen Statuen von Harnald Henze an der Parkstraße in Hann. Münden.

Passanten lobten die Kunstwerke von Henze

Auch der Vermieter, eine Tochtergesellschaft der Stadt Münden, hätte Lob ausgesprochen. Die Tat soll sich in der Zeit zwischen 12.30 bis 13.30 Uhr zugetragen haben. Beide Skulpturen wurden umgeworfen, bei einer sind Teile der Nase abgeplatzt, bei der zweiten die Nase gerissen. Henze vermutet, dass es mehrere Täter waren, da die Gebilde massiv sind.

Darum sei auch auszuschließen, dass sie durch „falsches Berühren“ umgefallen sein könnten. Zudem ist es nicht der erste Vorfall von Randale auf dem Geschäftsgelände: Bereits kurz nach der Eröffnung am 16. November 2020 seien die Parkplatzschilder aus dem Boden gerissen und auf dem Grundstück verteilt worden. Außerdem finde sich oft Müll auf dem Treppenaufgang.

Nicht der erste Vorfall an der Parkstraße in Hann. Münden

„Trinkbecher und zerknüllte Papiertüten“, berichtet Henze. Außerdem würden immer wieder Jugendliche auf der Treppe herumsitzen. Harnald Henze berichtet von einem Vorfall, dem ihm eine Mitarbeiterin geschildert hat: Sie habe Jugendliche dazu aufgefordert, die Treppe zu verlassen. Daraufhin sei sie mit üblen Beschimpfungen angegangen worden. Das Büro der Steuerberatungsgesellschaft Kamey befindet sich in unmittelbarer Nähe des Grotefend Gymnasiums, der Grundschule am Wall und der Werra-Realschule. Henze vermutet, bei den Tätern könnte es sich um Schüler handeln.

Der Eigentümer habe angekündigt, eine Videokamera zur Überwachung des Geschäftsgeländes anzubringen, berichtet Henze. Zudem ist er im Gespräch mit Handwerkern, um die Kopf-Skulpturen besser zu sichern. Mittlerweile ist für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 500 Euro vom Geschädigten ausgelobt. Das bestätigt die Polizeiinspektion Göttingen. (Jens Döll)

Hinweise

Polizei Hann. Münden, Tel. 0 55 41/95 10

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