Unterwegs über den Wolken

Mündenerin berichtet von ihrer Arbeit als Flugbegleiterin in der Coronakrise

Die gebürtige Mündenerin Mara-Ann Linnenkohl steht vor dem Welfenschloss in Hann. Münden.
+
Die gebürtige Mündenerin Mara-Ann Linnenkohl ist Flugbegleiterin und seit einigen Wochen nach Corona-Zwangspause wieder über den Wolken im Einsatz.

Die gebürtige Mündenerin Mara-Ann Linnekohl ist Flugbegleiterin. Sie berichtet von ihrer Arbeit während der Corona-Krise.

Am 15. März flog die 45-Jährige das letzte Mal vor dem Lockdown von Kassel-Calden zu den Kanaren und wieder zurück nach Hannover, der nächste Ferienflieger startete erst wieder Mitte Juli. Doch nun werden Flüge wieder regelmäßig angeboten, vorerst nach Griechenland und die Kanaren.

Auch Mallorca wurde regelmäßig angeflogen, doch nach der Einstufung Spaniens als Risikogebiet wurden die vorgesehenen Flüge aus dem Plan genommen. In den Anfängen der Corona-Krise sind alle sieben Flugzeuge der Airline für Rückholaktionen von gestrandeten Urlaubern eingesetzt worden.

Für zwei bis drei Flüge pro Woche und Bereitschaftsdienst wird die Mündenerin, die jetzt in Immenhausen wohnt, eingesetzt. Meistens geht es für sie ab Calden in die Luft, doch auch Paderborn, Düsseldorf, Bremen, Tegel, Dresden, Nürnberg und Karlsruhe–Baden-Baden stehen an.

Regeln fürs Fliegen

Für Personal und Passagiere ist Fliegen aufgrund der neuen Sicherheitsstandards nun mit einem anderen Gefühl verbunden. Mara-Ann Linnenkohl gibt die von der Sundair ausgearbeiteten Hygieneanweisungen an die Passagiere weiter. Sie achtet darauf, dass diese sowohl von den Passagieren als auch von der Crew eingehalten werden. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für die Passagiere, falls diese Fragen haben. „Jeder ist daran interessiert, sich nicht zu infizieren. So kommen die meisten den Aufforderungen und Anweisungen nach. Daher ist es, trotz Corona, ein relativ stressfreies Arbeiten“, schildert sie ihre Erfahrungen. Hat ein Fluggast mal kein Verständnis für die Vorschriften, werde es ihm genau erläutert und meistens klappt es dann.

„Abstand, Mund-Nasen-Masken und sorgfältige Hygiene sind das A und O“, betont Linnenkohl. Diese Regeln beginnen bereits beim Betreten des Flughafengebäudes. Während des gesamten Fluges müssen die Fluggäste und Flugbegleiter eine Mund-Nasen-Maske tragen.

Aus hygienischen Gründen werden keine Kissen, Decken und Zeitungen ausgegeben. Die Speisekarten werden ständig desinfiziert. Auch werden die Gäste gebeten, sich so wenig wie möglich von ihren Sitzen fortzubewegen, das Schlange stehen vor den Toiletten ist untersagt.

Luft wird gereinigt

„Wenn sich der Verdacht auf einen Corona-Patienten an Board bestätigen würde, ließe das auch uns Flugbegleiter nicht kalt“, so die Kabinenchefin. Die Angst selbst angesteckt zu werden, sei auch bei den Flugbegleitern da. Doch laut Mara-Ann Linnenkohl sei die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Flugzeug sehr gering. Es sei ihnen erklärt worden, dass die Luft in der Kabine alle drei Minuten ausgetauscht und durch spezielle Hochleistungsfilter komplett gereinigt wird. Es werde ein stetiger Luftstrom erzeugt, wenn die Luft aus der Kabinendecke am Boden wieder abgesaugt wird.

„Nach der Landung ist es ja oft so, dass die meisten Fluggäste aufstehen, ihr Handgepäck an sich nehmen und im Gang dicht hintereinander warten, dass die Türen geöffnet werden“, schildert Linnenkohl. Nun werden die Passagiere angewiesen, solange sitzen zu bleiben, bis die Vorkehrungen zum Aussteigen getroffen sind und ein sicheres Aussteigen gewährleistet werden kann. Dann können sie in kleinen Gruppen das Flugzeug verlassen und in die Busse steigen, die sie vom Rollfeld ins Flughafengebäude bringen.

Von Petra Siebert/zpy

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.