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Veränderungen im Stadtbild: Münden erhält neues Trafohäuschen von VHM

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Von: Thomas Schlenz

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Wird unter anderem von den Grünen kritisiert: der neue Stromkasten der Versorgungsbetriebe Hann. Münden auf dem Szeneplatz hinter dem Rathaus.
Wird unter anderem von den Grünen kritisiert: der neue Stromkasten der Versorgungsbetriebe Hann. Münden auf dem Szeneplatz hinter dem Rathaus. © Jens Döll

In Hann. Mündens Stadtentwicklung hat es eine Veränderung gegeben. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen sieht darin eine Fehlentwicklung. Die VHM weist die Vorwürfe zurück.

Hann. Münden – Die Grünen in Hann. Münden haben deutliche Kritik an Veränderungen im Stadtbild geäußert. Dabei beziehen sie sich vor allem auf die Stromkästen in den Wallanlagen und das neue Transformatorhäuschen hinter dem historischen Rathaus. Im Erscheinungsbild der Stadt gebe es immer wieder hässliche Veränderungen. Die Wurzeln lägen oft noch in der vergangenen Ratsperiode, so Hartmut Teichmann, Ratsmitglied der Grünen. Alles habe 2021 mit dem Aufstellen von Stromkästen durch die Versorgungsbetriebe (VHM) im Naturdenkmal Wallanlagen begonnen. „Diese Aktion der VHM war illegal. Statt die hässlichen Kisten umgehend wieder zu entfernen, wurden sie nun dunkel angestrichen und mit einer Friedhofsbepflanzung versehen, sodass man den Eindruck von Gräbern hat“, wird Dr. Hermann Dreyer von den Grünen zitiert. Teichmann erklärte hierzu, die VHM habe bei den Kästen in den Wallanlagen keinen sogenannten Gestattungsvertrag bei der Stadt eingeholt, obwohl sie dieses im Vorfeld hätte tun müssen.

Hartmut Teichmann Grüne Hann. Münden
Hartmut Teichmann Grüne Hann. Münden © Privat

Es gebe zudem weitere Fehlentwicklungen: „Dann finden wir auf Initiative der Hann. Münden Marketing (HMM) seit geraumer Zeit auf der Terrasse unserer Tilly-Schanze ein großes, weißes Plastik-Zelt. Ein vordem beliebtes Fotomotiv fällt damit weg“, führt Teichmann weiter aus. „Als Krönung“ hätten die Versorgungsbetriebe aktuell gegen den Willen vieler Mitbürger mitten im Herzen der Altstadt eine Trafo-Station errichtet. „Ein Zweckbau, wie man ihn normalerweise in Hinterhöfen versteckt. Auch hier wären andere Aufstell-Orte möglich gewesen“, so Teichmann. Münden brauche dringend eine verbindliche Gestaltungsrichtlinie, an die sich alle, auch VHM und HMM halten müssten.

VHM wies Vorwürfe zurück

Die VHM weisen die Vorwürfe der Grünen entschieden zurück: Sowohl die 20-kV-Trafostation als auch die Stromkästen in den Wallanlagen seien mit dem Grundstückseigentümer abgestimmt und auch genehmigt worden. Für die VHM stehe ausnahmslos die Versorgungssicherheit im Vordergrund. Welche Bedeutung die Stromversorgung durch die aktuelle Energiekrise erhalte müsse man gar nicht erläutern.

Trafo stand im Hinterhof des Corvinus-Hauses

Eine Trafostation zur Versorgung des nahen Umfeldes der Ziegelstraße stand bislang im Hinterhof des Corvinus-Hauses. Bereits vor einem Jahr hatte es Diskussionen über die Pläne der Versorgungsbetriebe gegeben, eine neue 20-kV-Station auf dem Szeneplatz zu errichten (wir berichteten). Als Argument für die Verlegung wurde seitens der Stadtverwaltung der Brandschutz ins Spiel gebracht. Der Standort im Hinterhof sei schlecht zu erreichen, hieß es. 

Anderer Standort laut VHM nicht möglich

Ein anderer Aufstellungsort des Trafos als auf dem Szeneplatz ist laut Stefan Beer, Technischer Leiter bei den VHM, nicht möglich gewesen: „Aus technischer Sicht (Spannungsfall, Versorgungssicherheit, Brandschutz und schnelle Erreichbarkeit) musste ein bestimmter Radius für einen alternativen Standort eingehalten werden“, so Beer. Auch eine unterirdische „Unterflur-Station“ sei in der Planung berücksichtigt und auch auf Nachfrage mit Ratsmitgliedern diskutiert worden. Hierbei habe sich herausgestellt, dass nicht nur die Kosten um ein Vielfaches höher liegen als bei einer normalen Station, sondern auch mit enormen Unterhaltungskosten und Vorhaltung von Ersatzteilen zu rechnen sei.

In Eschwege wurde eine Unterflurstation vor zehn Jahren zwar in der Nähe der Werra auf dem Marktplatz, aber nicht im Hochwasserbereich installiert. In Hann. Münden wäre hier laut VHM ein Aufschwämmschutz notwendig, welches die Kosten nochmals schon in der Planung erhöhe. Zusätzliche müssten dann auch drei „Schornsteine“ für Be- und Abluft sowie für eine Druckentlastung auf dem Szeneplatz installiert werden, so die VHM weiter.

Nicht zuletzt wäre hierfür eine Baugrube von etwa zwölf mal sechs Metern und drei Metern Tiefe notwendig gewesen, die aufgrund von bauseits bedingten Hindernissen laut VHM nicht möglich wäre. Lieferzeiten der Trafos und der Station für diese Maßnahme von weit über 70 Wochen wären hinzugekommen. 

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