Verein Pro Tourist sammelte Vorschläge für eine attraktivere Stadt

So viel Betrieb müsste immer sein: Hier Starter beim Wesermarathon vor vier Jahren. Archivfoto:  Becker

Hann. Münden. Der Verein "Pro Tourist", eine Gegenbewegung zum vom Mündener Rat beschlossenen Fremdenverkehrsbeitrag, hatte zur Ideensammlung eingeladen: Der Tourismus in Hann. Münden soll angekurbelt werden.

Gastredner war Dr. Martin Rudolph, Chef der Industrie- und Handelskammer Göttingen: „Wir haben hier ein Wahnsinnspotenzial, aber eine stärkere Positionierung der Attraktionen ist wichtig.“ Bei der Debatte zu dem Beitrag sei in letzter Zeit die Atmosphäre ein bisschen vergiftet gewesen: „Deswegen ist es notwendig, konstruktiv auf den Bürgermeister und den Stadtrat zuzugehen“, so Rudolph. Allgemein seien freiwillige Leistungen einer Pflichtabgabe vorzuziehen, aber bei einer tatsächlichen Erhebung müsste die Stadt einen klaren Zeithorizont angeben, damit es Planungssicherheit gebe. Zudem fehle im Augenblick noch ein klares Konzept, zum Beispiel für die Verwendung des Fremdenverkehrsbeitrages.

Danach waren die Geschäftsleute dazu aufgerufen, ihre Ideen für ein Hann. Münden, in dem die Touristen mehr als einen Tag verweilen wollen, einzubringen. „Wir wollen positive Vorschläge machen, damit die Stadt gesprächsbereit bleibt. Dabei müssen die Touristen im Mittelpunkt stehen“, sagte Dr. Hans-Peter Herbort, der Moderator des Abends. Es gab drei Themenkomplexe: Stadt und Fachwerk; Wald, Wanderwege und Radsport sowie Flüsse und Wasser.

Neben Problemfeldern, wie die optische Erscheinung von Geschäften in der Innenstadt, der Nutzung des Doktorwerders und der stärkeren Zusammenarbeit mit anderen Standorten in der Region, stellte sich auch die Frage, wie die Stadt jüngere Familien anziehen kann. „Der Sport auf Seen oder Flüssen ist wichtig für Aktivurlauber, wir könnten zum Beispiel die Wassersport treibenden Vereine stärker mit einbinden“, schlug Herbort vor.

Auch die Idee von vermehrten Angeboten von begleiteten Kanutouren und des Trendsports Stand-Up-Paddling, bei dem man sich mit Surfbrett und Paddel vorwärtsbewegt, wurde von den Anwesenden gut aufgenommen. „Wir müssen die Vorschläge noch weiterentwickeln und die hiesigen Politiker zu einem weiteren Termin einladen“, sagte Christiane Langlotz am Ende der Veranstaltung. „Wir haben viele Anknüpfungspunkte. Jetzt braucht es jemanden, der daraus vielleicht ein Konzept erstellt“, ergänzte Hans-Peter Herbort. Es wäre ein Angebot an die Stadt, das aber noch gebündelt werden müsste.

Hier eine Auswahl der gesammelten Ideen der Geschäftsleute von Hann. Münden:

•Hafenfeste und Stadtstrand

• Kanutouren vom Campingplatz aus

• Künstliche Stromschnelle oder vorhandene nutzen

•Mehr Privatinitiative der Hauseigentümer für ein gepflegtes Erscheinungsbild

• Bessere Beleuchtungskonzepte

• Regelmäßige Leerung der Mülleimer

• Bessere Beschilderung von Parkplätzen

• Industrie- und Firmenführungen anbieten

• Kletterpark aufbauen

• Bessere Beschilderung der Radwege

• Angebote für Mountainbiker

• Gemeinsame Vermarktung mit Nachbarorten (meb)

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