Verunsicherung ist groß

Vereine im Altkreis Münden klagen über neuen Datenschutz

Hann. Münden. Seit dem 25. Mai ist sie vollständig in Kraft: die  Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Für Vereine bedeutet sie enormen Mehraufwand.

Die DSGVO regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, wie Namen, Adressen oder Geburtsdaten.

Für die Vereine der Region bringt das einige Änderungen und mehr Bürokratieaufwand mit sich: Sie müssen nun beispielsweise Einverständniserklärungen für Fotos und die Speicherung der Mitgliederdaten einholen, das Impressum und die Datenschutzerklärung auf ihren Webseiten aktualisieren.

Das bestätigt Heinz Köwing aus Mielenhausen, der die Medienarbeit des Schützenvereins und des Kulturvereins betreut. „Wir haben die Webseiten zunächst aus dem Netz genommen“, erklärt Köwing.

Weiterhin bemängelt er fehlende Informationen: „Man ist schon ziemlich auf sich allein gestellt, muss sich alles selbst anlesen und versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen anzupassen“, erklärt er. Dabei bleibe die Unsicherheit, ob wirklich alles korrekt sei und man nicht vielleicht doch abgemahnt werden könne, so Köwing.

Hinzu komme der große Aufwand: Für die neuen Impressen, Datenschutzerklärungen und Einverständniserklärungen für die Vereinsmitglieder könne man deutlich mehr als zehn Stunden Zeitaufwand rechnen. Renate Loose, Schriftführerin beim Kneipp-Verein Münden, fühlt sich nicht gut über die neuen Regelungen informiert: „Man hört sich um, jeder weiß etwas anderes“, sagt sie. 

Matthias Böhling vom Förderverein Mündener Altstadt erklärt, der Verein habe die Webseite und die Facebook-Seite zur Prüfung aus dem Netz genommen. Das sei schade, da der Verein eigentlich im Internet und den sozialen Medien präsent sein wolle. Spezialisten müssten die technischen und rechtlichen Grundlagen nun prüfen, bevor die Seiten wieder online gehen könnten.

Hintergrund: Die EU-Verordnung über Datenschutz 

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten. Sie gilt seit dem 25. Mai 2018. Die Verordnung beinhaltet, dass die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten ohne Einwilligung der betroffenen Person verboten ist. Es dürfen nur so viele Daten erhoben werden, wie nötig. Zudem dürfen die Daten nur für den Zweck verwendet werden, zu dem sie erhoben wurden. Schließlich müssen die Daten angemessen geschützt werden. Bei Verstößen gegen die neue Datenschutzverordnung können Bußgelder in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes erhoben werden. 

Für Vereine gibt es eine Checkliste der Landesdatenschutzbeauftragten im Internet: https://zu.hna.de/daten1306

Rubriklistenbild: © dpa

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