Verhandlungs-Poker um Kliniken geht weiter

Hann.Münden. Die Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag im künftigen Klinikum Hann. Münden sind ins Stocken geraten.

Nach Informationen unserer Zeitung hat die Gewerkschaft Ver.di die Verhandlungen mit Investor und Insolvenzverwalter unterbrochen. Begründung: Der Marburger Bund, Interessenvertretung der festangestellten Ärzte, habe noch nicht erklärt, ob er über einen Sanierungstarifvertrag verhandeln will. Ver.di sehe nicht ein, so war zu hören, dass Pflegekräfte zur Sanierung beitragen sollen, Ärzte aber nicht.

Dazu sagte die Pressereferentin des Marburger Bundes Niedersachsen, Stephanie Walter, der Marburger Bund habe dem Investor mitgeteilt, dass man noch Unterlagen benötige, um über einen Sanierungstarifvertrag verhandeln zu können. Die Tarifpartei brauche die Informationen, um die „Belastbarkeit des Zukunftskonzepts“ für das Klinikum bewerten zu können.

Dr. Reinhard Wichels, Vertreter der Investoren, eines Bieterkonsortiums aus der Medizintechnik, bestätigte die Darstellung des Marburger Bundes. Es handele sich um „marginale Informationen“, die noch benötigt werden. Er sei guten Mutes, so Wichels, in allernächster Zeit zu einer Tarifeinigung zu kommen. Die Forderungen der Investoren an die Beschäftigten lauten:

• Verzicht auf Weihnachtsgeld bis zum Jahr 2018

• Verzicht auf Lohnerhöhungen bis einschließlich 2018. Ab 2019 wollen die Investoren das Lohnniveau schrittweise auf den im öffentlichen Dienst geltenden Tarif anheben.

Parallel zum Sanierungstarifvertrag verhandeln die Betriebsräte des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen und des Krankenhauses Hann. Münden mit Investor und Insolvenzverwalter über Interessenausgleich und Sozialplan für Beschäftigte, die nicht übernommen werden. Wie viele Mitarbeiter werden entlassen? Wichels: „Wir sind mitten in Verhandlungen.“ 

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Kritik beim Thema Kliniken: Solidarität der Politik fehlt

Rubriklistenbild: © dpa

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