Ungewohnte Wege zum Schulbeginn

Verkehrssicherheit: Eltern sollten Schulweg mit ihren Kindern üben

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Ungewohnte Wege: Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern mehrmals üben.

Hann. Münden. Die Ferien in Hessen sind vorbei, für die Kinder in Niedersachsen heißt es in dieser Woche wieder: Ranzen auf den Rücken. Samstag werden in Stadt und Landkreis Göttingen Erstklässler eingeschult.

Die Polizei appelliert daher an Eltern, Erstklässler mit dem Schulweg vertraut zu machen. Andere Verkehrsteilnehmer sollen zudem an den Schulwegen auf die Schüler achten.

Wie bereiten Eltern ihr Kind auf den Schulweg vor?

Laut Polizei ist es wichtig, dass die Eltern, Großeltern oder ältere Geschwister mit den Erstklässlern den Weg von Zuhause bis zur Schule und zurück üben. Speziell Grundschüler seien die schwächsten Teilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr, berichtet beispielsweise die Hessische Polizei. Altersbedingt hätten Grundschüler einen wesentlich höheren Bewegungsdrang als Erwachsene. Sie ließen sich mehr ablenken und reagieren oftmals unberechenbar.

Helle, leuchtende Farben mit Reflektoren an der Kleidung und am Ranzen hilft anderen Verkehrsteilnehmern, das Schulkind besser und rechtzeitig zu sehen. Sie können so von bis zu 140 Metern Entfernung deutlich gesehen werden. Wenn das Kind sich richtig im Straßenverkehr verhält, darf es gelobt werden. Scheint es überfordert, sollten Eltern ihre Hilfe anbieten, bis sie das Gefühl haben, dass es den Schulweg alleine gehen kann.

Warum sind Kinder besonders im Straßenverkehr gefährdet?

Kinder sind aufgrund ihres körperlichen Entwicklungsstandes zu bestimmten Prozessen nicht wie ein Erwachsener fähig: Das Blickfeld eines erwachsenen Menschen umfasst beispielsweise nahezu 180 Grad, bei einem Kind ist dies aufgrund des noch engen Augenstandes stark eingeschränkt. Auch aufgrund ihrer geringen Körpergröße können sie den Raum Straße nur selektiv wahrnehmen. Kinder können zudem Geschwindigkeiten und Entfernungen von Fahrzeugen noch nicht richtig abschätzen und reagieren langsamer als Erwachsene, so die niedersächsische Polizei.

Welche Wege eignen sich für Schüler?

Nicht immer ist der kürzeste Weg zur Schule auch der beste. Im Vorfeld sollte der Schulweg geplant und geübt werden. Eltern sollten ihr Kind an den ersten Schultagen zur Schule begleiten und den exakten Weg abgehen, ohne Umwege oder Besorgungen zu machen. Mehr Sicherheit bieten laut Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, Wege mit Fußgängerampeln oder Zebrastreifen. Besonders schwierige Straßenabschnitte sollten umgangen werden. Mit einem frühzeitig begonnenen Training können Kinder ihre Verkehrssicherheit stärken und lernen, mögliche Gefahren besser einzuschätzen.

Und wie ist es bei Schulwegen per Auto?

Wenn möglich, sollte man auf Elterntaxis verzichten, rät Verkehrssicherheitsberater Arnecke. Wer Schüler im Auto zur Schule bringt, darf dies nur mit zugelassenen Kindersitzen tun. Die Schüler sollten nur auf der Gehwegseite aus dem Auto aussteigen, dadurch werden mögliche Gefahren beim Türöffnen und beim Überqueren der Straße vermieden. Autofahrer werden daran erinnert, sich an die Verkehrsregeln zu halten und Halteverbote an den Schulen zu beachten. Am besten weit abgesetzt von der Schule parken, so Arnecke.

Wie müssen Autofahrer reagieren?

Andere Verkehrsteilnehmer wie Auto- und Fahrradfahrer sollten im Hinterkopf behalten, dass Kinder in unübersichtlichen oder ungewohnten Situationen verunsichert werden und gegebenenfalls aus Angst falsch und unüberlegt handeln. Sobald also Kinder am Straßenrand gesehen werden, sollte man langsamer fahren und bremsbereit sein. An haltenden Schulbussen sollte mit äußerster Vorsicht und in Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden, da Kinder hinter dem Bus über die Straße stürmen könnten. Wenn sich ein Bus mit Warnblinklicht einer Haltestelle nähert, handelt es sich um eine als besonders gefährlich eingestufte Haltestelle. Dann gilt absolutes Überholverbot.

Tipps gibt auch die Verkehrswacht Niedersachsen mit dem Wissensblatt „Kinder auf dem Schulweg“ auf www.landesverkehrswacht.de

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