Verkehrswacht Hann. Münden: Mit Tempo 30 wäre es vor Schulen sicherer

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Schulweg führt über vierspurige Straße: Die Drei-Flüsse-Realschule in Hann. Münden an der Göttinger Straße ist eine Gefahrenstelle.

Altkreis Münden. Vor Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäusern könnten bereits von Herbst an leichter Tempo-30-Zonen eingerichtet werden.

Zumindest wenn es nach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und seine Länderkollegen geht, denn die wollen eine Gesetzesänderung, die die bürokratischen Hürden senkt. Auch Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) unterstützt den Vorstoß, der für mehr Sicherheit vor Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäusern und Seniorenheimen sorgen, aber auch innerortlichen Lärm reduzieren soll.

Dr. Karl-Friedrich Voss, Vorsitzender der Verkehrswacht Münden, hält den Vorstoß gerade an Schulen und Kindergärten im Sinne der Verkehrssicherheit grundsätzlich für sinnvoll.

Karl-Friedrich Voss

Wichtig seien allerdings auch verstärkte Kontrollen oder zusätzliche bauliche Veränderungen wie Hindernisse und Erhöhungen. „Da muss mehr passieren“, sagt Voss. „Denn das Problem ist immer die Durchsetzung von solchen Tempolimits.“ Außerdem müssten die Tempo-30-Zonen für die Autofahrer verständlich sein und sollten sich auch nur auf die Schulzeiten beziehen. „Niemand hinterm Steuer versteht, warum er am Wochenende vor einer Schule nur 30 Stundenkilometer fahren darf“, sagt Voss, der auch als verkehrspsychologischer Berater in Hann. Münden und Hannover arbeitet. Die ständige Tempobeschränkung behindere die Akzeptanz der Autofahrer.

Übrigends seien es meistens die Eltern selbst, die vor Schulen oder Kindergärten zu schnell unterwegs seien, ist aus Grundschulen und Kindergärten zu hören.

Tempo 30 verringere den Bremsweg im Vergleich zu Tempo 50 bereits erheblich. „Vor diesem Hintergrund kann das Unfallrisiko minimiert werden“, erklärt Voss. Er bestätigt, dass bislang die bürokratischen Hürden für eine Geschwindigkeitsbegrenzung sehr hoch sei.

Über 25 Kindertagesstätten gibt es im Altkreis, fast 15 Schulen, davon acht Grundschulen. Die meisten liegen in Tempo-30-Zonen, aber nicht überall lassen es die Straßenverkehrsordnung und die Verkehrsverhältnisse zu, die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren.

Bestes Beispiel: die Drei-Flüsse-Realschule in Hann. Münden. Die Schule, direkt an der Göttinger Straße gelegen, sei ein Gefahrenpunkt, der der Polizei und der Verkehrswacht bestens bekannt sei. Schulleiter Rolf Wiegräfe hätte persönlich nichts gegen eine Reduzierung des Tempos: „Noch ist nichts passiert, wir konnten aber schon einige Autofahrer beobachten, die vor unserer roten Fußgängerampel nicht Halt gemacht haben.“

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