Verzögerung beim Windpark Gahrenberg: Vermutlich weniger als 20 Windräder

+
Steht noch vermutlich bis April auf dem Gahrenberg: der Wind-Messmast. 

Hann.Münden/Reinhardswald. Das Gelände auf dem Gahrenberg, wo ein Windpark entstehen soll, liegt im Winterschlaf. Der 140 Meter hohe Windmess-Mast steht noch, vermutlich bis April, sagt Lena Fritsche, Pressesprecherin des Projektentwicklers Abo-Wind in Wiesbaden.

Die Ruhe ist aber nur rein äußerlich, denn hinter den Kulissen wird kräftig gewirkt. Ursprünglich sollten die bis zu 240 Meter hohen Anlagen unweit der Tillyschanze bereits beim zuständigen Regierungspräsidium (RP) in Kassel beantragt worden sein. Doch das Prozedere hat sich verzögert, sagt Abo-Wind-Sprecherin Fritsche. Es werde noch geprüft. Anfänglich waren 20 Großwindanlagen geplant, es ist nun laut Fritsche „sehr wahrscheinlich, dass es weniger werden“. Eine Zahl könne sie aber nicht nennen. Wenn die Anträge zur Genehmigung eingereicht und geprüft sind, werden sie offen gelegt, dann gibt es noch vier Wochen lang die Möglichkeit, schriftliche Einwände zu formulieren.

Sollte das RP grünes Licht für den Windpark im Reinhardswald geben, ist der bisherige Zeitplan von Abo-Wind aber wohl nicht einzuhalten. Von 2019 war dort die Rede, jetzt erscheint 2020 nicht ausgeschlossen. Die Flugsicherung wird sich ebenfalls mit dem Thema Windpark befassen, weil der Flughafen Kassel in der Nähe liegt.

Die Deutsche Flugsicherung in Langen teilte im Frühjahr 2017 mit, man könne erst konkrete Berechnungen machen, wenn die Planungen feststehen.

Der Energiedienstleister GGEW AG und der Projektentwickler Abo-Wind hatten als Bietergemeinschaft von Hessen-Forst einen Zuschlag für die vom Land Hessen ausgewiesene Windenergievorrangfläche erhalten.

Trotz Einwands geht es mit Windkraft weiter

Samtgemeinde Dransfeld. Am künftigen Windpark zwischen Jühnde und Bördel wird weitergebaut, auch bevor das Gericht über Einwände des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) entschieden hat. Das bestätigte Nils Niescken, Geschäftsführer der NWind GmbH, auf Anfrage. Anwohnern war die Bautätigkeit aufgefallen und sie hatten sich gewundert, widerspricht sie doch der Ankündigung der NWind vom Dezember.

NWind errichtet auf der Fläche fünf Windkraftanlagen. Wegen des anhängigen Gerichtsverfahrens hatten die Arbeiten seit Ende vorigen Jahres pausiert. Eigentlich hatte man erst nach der Entscheidung weiterarbeiten wollen, so Niescken, um nicht Gefahr zu laufen, etwas zurückbauen zu müssen. Aber der GmbH laufe die Zeit davon: Wenn jetzt nicht weitergebaut würde, dann stünde infrage, ob die Anlagen 2018 noch in Betrieb gehen. Dann aber müsste das Unternehmen das Verfahren um die Einspeisevergütung auf Basis des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) neu einleiten. Das sei aber im Gesetz nicht vorgesehen.

Die Genehmigung sei 2016 erteilt worden. Würden die Anlagen 2018 nicht fertig, „würde uns die Zeit überholen“, so Niescken: Dann müsste man neu planen auf dem aktuellen Stand der Technik, die Anlagen würden größer, „das wollen wir aber nicht.“ Dass es mit der Gerichtsentscheidung so lange dauert, damit habe er nicht gerechnet, schließlich sei es ein „Eilverfahren“. Die NWind hat eine Baugenehmigung vom Landkreis mit dem Zusatz „sofortige Vollziehung“. Der Widerspruch der Umweltschützer hat also keine aufschiebende Wirkung – gebaut werden darf trotzdem, es kann aber sein, dass nach dem Urteil Änderungen fällig werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.