Feiertag lässt Corona vergessen

Viele Menschen zog es an Himmelfahrt bei Bilderbuchwetter ins Freie

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Legen eine Pause auf dem Mündener Tanzwerder ein: Nicole Dorn und Matthias Ramelow aus Hamburg, die eine mehrtägige Paddeltour auf der Werra machten.

Die Bewohner des Altkreises Münden und ihre Gäste haben den Himmelfahrtsfeiertag beim Radfahren, Wandern und Eis schlecken genossen und für ein paar Momente die belastenden von der Coronapandemie geprägten Wochen vergessen.

Feiernde Gruppen mit Bollerwagen waren nicht zu sehen, Paare und Familien bestimmten bei Bilderbuchwetter die Szene. „Alles war ruhig, die Leute haben sich an die Regeln gehalten“, teilte die Mündener Polizei mit.

Das tat auch Gastronom Thomas Elmers (52), der in Bursfelde das Hotel und Restaurant Klostermühle betreibt, mit seinen Mitarbeitern. „Es macht wieder richtig Spaß“, sagte er nach der acht Wochen langen Zwangspause, in der sein Betrieb komplett geschlossen war, auch Außer-Haus-Verkauf lief nicht. „Dafür sind wir zu weit ab vom Schuss.“

Davon unabhängig ist sein Haus am Weser-Radweg, nur ein paar Schritte vom idyllischen Kloster Bursfelde entfernt, ein beliebtes Ziel. Nach der verhaltenen Wiedereröffnung brummte am Himmelfahrtstag das Geschäft, wenn auch unter Coronazeichen. Mit dem nötigen Sicherheitsabstand durfte er nur 50 Prozent seiner Plätze besetzen – und das möglichst mit einer Reservierung. Ansonsten mussten Gäste warten, bis ein Tisch frei wurde.

Auf zum Gaußturm: Heike Rothensee und Tobias Dettmar auf dem Weg zum Hohen Hagen.

Doch das taten sie nach einer Wanderung, Radtour, einem Ausflug mit dem Motorrad oder mit dem Auto gerne und mit viel Geduld.

So auch im beliebten Gasthaus „Zur Fähre“ in Hemeln, das ebenfalls sehr gut besucht war. Zwischen Biergarten und Weserufer legten sich einfachheitshalber Radler auf die Wiese, um Kraft für die nächste Etappe zu tanken.

Eine wohl verdiente Pause gönnten sich auch Nicole Dorn und Matthias Ramelow aus der Hansestadt Hamburg auf dem Mündener Tanzwerder nach ihrer mehrtägigen Paddeltour auf der Werra. Gestartet waren sie mit ihren knallroten Booten in Albungen, ihre letzte Etappe begann in Zella. „Wir sind bereits das dritte Mal in Hann. Münden. Wir lieben die Ruhe auf dem Wasser“, sagte Matthias Ramelow, der eigenen Worten zufolge trotz der Namensgleichheit aber nicht mit dem thüringischen Ministerpräsident verwandt ist. Nicht gefiel ihnen der in Teilbereichen braun-gelbliche Schaum auf dem Wasser. „Das stinkt“, schimpfte Nicole Dorn.

Viel Betrieb: Unser Bild zeigt die Fähre zwischen Veckerhagen und Hemeln.

Der Tanzwerder war Hotspot in der Stadt. Ausflügler nutzten das schöne Wetter für einen Blick auf den Weserstein. „Wenn das Wetter gut bleibt, werden wir noch ein bisschen bleiben“, sagte das Ratzeburger Wohnmobilisten-Ehepaar Yvonne und Carsten Jäschke. Sie sahen sich, tiefenentspannt in zwei bequemen Faltsesseln neben ihrem Mobil sitzend, das bunte Treiben vor dem Weserstein an.

Der mit seinem VW-Bulli „Eisblitz da Ciro“ fahrende Eisverkäufer Marino Ciro nutzte die Gunst der Stunde, um seine kühlen Köstlichkeiten an die Frau oder den Mann zu bringen. Irmgard Hengl aus Calden griff gerne zu und orderte gleich zwei Portionen. Obwohl die Leckermäuler am Himmelfahrtstag gut kauften, ist Marino Ciro mit dem Eis-Geschäft zurzeit nicht zufrieden. „Es fehlen die Veranstaltungen. Alles ist abgesagt“, sagte er mit Blick auf die Folgen der Coronaeinschränkungen.

Leckere Erfrischung: Eisverkäufer Marino Ciro hatte mit seinem „Eisblitz da Ciro“ auf dem Tanzwerder in Hann. Münden Station gemacht. Irmgard Hengl ließ sich die Gelegenh eit nicht entgehen.

Abgesagt wurde in diesem Jahr deshalb unter anderem die Tour d’Energie, das in Göttingen startende und endende Amateur-Radrennen mit Kultstatus durch den Altkreis Münden. Geliebt und gefürchtet dabei ist die 3,3 Kilometer lange Auffahrt zum Gaußturm auf dem Hohen Hagen bei Dransfeld. Er war am Himmelfahrtstag trotzdem bei zahlreichen Rennradlern ein beliebtes Zwischenziel auf ihrer Runde durch Südniedersachsen.

So auch für Heike Rothensee und Tobias Dettmar aus Lödingsen, die die 179 Höhenmeter mit ihren zwei steilen Rampen unter die Pedale nahmen. „Ich bin das erste Mal hier. Aber die Auffahrt ist weniger schlimm als die am Hemelner Berg“, sagte Heike Rothensee und freute sich mit ihrem Partner auf die rasante Abfahrt.“

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