Digitale Welt zwischen Sportwagen 

Virtuelle Realität: Ein Abend mit neuer Technik zum Ausprobieren in Münden

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Eintauchen ins digitale Büro: Hartmut Kohl (links), Jens Barwinske (dritter von links) und Nicolas Schatz (zweiter von rechts) vom System-Büro Struckmeier aus Göttingen präsentierten Gunnar Steinmann (zweiter von links) von der VR-Bank und Besuchern die Möglichkeit, ihr neues Büro virtuell einzurichten.

Die Virtuelle Realität (VR) kann auch für Unternehmen der Region eine Chance sein – das hat die Wirtschaftsförderung aus Göttingen und Hann. Münden unter Beweis gestellt.

Wie kann Virtuelle Realität Mittelstandsunternehmen in der Region in ihrem beruflichen Alltag helfen und sinnvoll genutzt werden? Dieser Frage sind am Dienstagabend 40 Teilnehmer auf Einladung der Wirtschaftsförderung Region Göttingen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Hann. Münden in einem exklusiven Rahmen nachgegangen.

Der Veranstaltungsort

Wer erstmals eine sogenannte VR-Brille aufsetzt, der erhält meist einen bleibenden Eindruck. Ebenso verhält es sich mit dem für die Veranstaltung gewählten Ort. Mit „Mulsano – Exklusive Luxury Cars“ haben die Organisatoren das Hann. Mündener Autohaus der Familie Busch gewählt, das Ferrari, Lamborghini, Maybach und viele noble Automarken mehr in weiten Teilen der Welt verkauft.

Wer sich hier nach einem neuen Fahrzeug umschaut, der trifft auch ein in der Region bekanntes Gesicht: Michael Kühlewindt, bis zum Sommer Sparkassen-Direktor in der Drei-Flüsse-Stadt, hat sein Hobby zum Beruf gemacht. 

„Ich hatte schon immer ein Faible für Autos“, sagt Kühlewindt, der als Verkäufer bei Mulsano arbeitet, im Gespräch mit der HNA. Seinen Wunsch, beruflich in der Region zu bleiben, konnte sich Kühlewindt damit erfüllen.

VR, AR und 360 Grad

„Niedersachsen spielend digitaliseren“ – diesen Auftrag hat das APITs Lab, das im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung handelt. Senior Consultant Tim Mittelstaedt hat am Abend die wichtigsten Fakten und Unterschiede erklärt.

Grundsätzlich, so Mittelstaedt, müsse man zwischen drei Begriffen unterscheiden: Virtual Reality bedeutet, dass der Nutzer in die Welt eintaucht, mit Bedienteilen, sogenannten Controllern, beispielsweise Dinge greifen und sich frei bewegen kann.

Exklusiver Rahmen: Tassilo und Ehefrau Sejma Busch, Michael Kühlewindt, Iris Busch, Tobias Vogeley und Bürgermeister Harald Wegener neben einem Ferrari 488 Spider. Auch die Autoindustrie setzt zunehmend auf VR-Technik für Kunden und Mitarbeiter.

 Dazu setzt der Nutzer eine VR-Brille auf. Augmented Reality bedeutet, dass die echte Welt um einzelne Elemente, beispielsweise Einblendungen, ergänzt wird. Möglich wird dies durch klassische Brillen mit integrierten Displays oder durch das eigene Smartphone, auf dessen Bildschirm das Kamerabild ergänzt wird.

 360 Grad-Videos, die auch mit VR-Brillen angesehen werden können, ermöglichen nur einen Rundumblick. „Man kann nur das sehen, was die Kamera gefilmt hat, und sich nicht frei bewegen“, erklärt Tim Mittelstaedt.

Lernerfolg ist messbar

„Gamification“ sei laut Mittelstaedt das Stichwort für die Entwicklung von VR-Lösungen. Man bediene sich der Technologien aus der Spieleentwicklung, die die Arbeit durch Interaktion zwar verspielter machen – „Ihre Mitarbeiter sollen ihre Zeit aber nicht mit Spielen verbringen“. 

Man mache sich den messbar besseren Lernerfolg zu nutze. „Beim Lesen bleiben etwa 10 Prozent der Inhalte in der Erinnerung, bei Bewegtbild sind es 40 Prozent“, sagt Mittelstaedt. Bei Interaktion, wie es VR-Brillen ermöglichen, seien es bis zu 100 Prozent.

Systeme sind bezahlbar

Wer auf virtuelle Realität bei der Arbeit setzen möchte, müsse nicht zwingend tief in die Tasche greifen. Ab 400 Euro sind die Systeme bereits zu haben. Dabei wird zwischen günstigeren Lösungen unterschieden, die wie die meistverkaufte VR-Brille der Playstation an eine Konsole angeschlossen werden können und ganz autarken Systemen, die etwas teurer (ab etwa 500 Euro) sind.

In Sachen Softwareentwicklung habe sich übrigens „Hannover zu einer VR-Hauptstadt entwickelt“, betont Tim Mittelstaedt. Dort hat auch das APITs Lap seinen Sitz.

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