1000-jährige Besiedelung

Volkmarshausen: Ein Fest für die Geschichte

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Bereit, die Geschichte ihres Dorfes zu feiern: Mitglieder der Arbeitsgruppe, die die Veranstaltungen vorbereiten, mit historischen Gegenständen, zum Teil aus Privatbesitz, teilweise aus dem Fundus der Ortsheimatpflege entliehen.

Volkmarshausen. Die Vorbereitungen für das Dorffest in Volkmarshausen am Samstag, 8. September, gehen in den Endspurt. 

An fast 40 Themen-Stationen auf der „Dorfmeile“ wollen die Volkmarshäuser Einblicke in die Geschichte ihres Ortes geben.  Gefeiert wird damit die über 1000 Jahre alte Siedlungsgeschichte des Ortes.

Ein „echtes“ Dorfjubiläum können die Volkmarshäuser nicht zweifelsfrei belegen: Es fehlt einfach das eine stichhaltige Dokument, in dem der Ort zum ersten Mal erwähnt wird. Die Feier zum 975-jährigen Bestehen im Jahr 1967 beruhte auf einem Irrtum, wie schon 1992 Ortsheimatpflegerin Angelika Deese beschrieb.

Dennoch, so skizziert es Ortsbürgermeisterin Gudrun Surup, gebe es eine Menge Hinweise darauf, dass auf Volkmarshäuser Gebiet schon seit deutlich mehr als 1000 Jahren Menschen siedeln. Und so habe man beschlossen, diese lange Siedlungsgeschichte mit einem Dorffest und einer Reihe weiterer Veranstaltungen zu würdigen.

„Ich bin stolz darauf, dass sich viele Menschen aus dem Ort für das Dorffest engagieren“, sagt Gudrun Surup. „Es sind neben den Mitgliedern aus den Vereinen Frauen und Männer, die sich dem Ort verbunden fühlen und helfen wollen.“

Die Idee von Stephan Becker, mit der Volkmarshausen sich fürs Guinnessbuch der Rekorde empfehlen wollte, kam gut an, aber der heiße, Trockene Sommer ließ sie nicht recht aufblühen: Tausende von Sonnenblumen sollten zur Feier im Dorf blühen und die Volkmarshäuser hatten auch fleißig welche ausgesät, berichtet Surup. Allerdings sind die Blumen mit ihrer Blüte stark verfrüht so gut wie durch, sodass Anfang September von den Blumen nicht mehr viel übrig sein wird.

Doch davon lassen sich die Volkmarshäuser nicht erschüttern: Eine Jury ist kürzlich durch den Ort gegangen, hat die Sonnenblumen in Höhe und Durchmesser gemessen, um den Besitzer der höchsten und größten Sonnenblume zu prämieren. „Es sind weit über 100 Grundstücke, die dem Aufruf des Säens von Sonnenblumen gefolgt sind“, freut sich Gudrun Surup. Und die meisten Sonnenblumen seien über zwei Meter hoch, die Größte bis jetzt ist 2,95 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 18 Zentimetern. 

Beim Dorffest wird es eine 300 Meter langen Festmeile geben, die sich vom Bereich Dorfgemeinschaftsanlage bis hin zur Leineweberstraße erstreckt. Buchstäblich eingeläutet wird das Fest um 10.55 Uhr, bevor um 11 ein Gottesdienst beginnt. 

Auf der Dorfmeile werden unter anderem Flachsverarbeitung und Flachsanbau gezeigt, über Flachs und Leinen informiert. Volkmarshausen, so Beatrix Voss, eine der „Leinen-Frauen“, habe den Beinamen „Leineweberdorf“ gehabt. Mitte des 19. Jahrhunderts seien 49 Leinewebermeister im Ort registriert gewesen – für das kleine Dorf eine sehr große Zahl. Die Frauen wollen unter anderem einen Tisch mit schönem Leintuch decken, auf dem Leinöl, Leinsamen und anderes mehr kredenzt werden. Auch ein dazu passendes Märchenbuch ist in Arbeit. Erst mit der Bahn änderten sich die Strukturen: Sie löste die Leineweberei als Arbeitgeber ab. 

Das Schulwesen von einst wird ebenfalls auf der Dorfmeile dargestellt, ein Töpfer, ein Seiler, ein Schuster und ein Schmied zeigen ihre handwerkliche Kunst. Sensedengeln wird demonstriert, und beim Bogenschießen kann jeder mitmachen. Mit Sicherheit interessant wird das historische Wäschewaschen werden, das der Heimatverein Wiershausen vorbereitet. In einer Scheune werden historische Gegenstände aus Feld und Haushalt gezeigt. Außerdem wird es einen Dorfladen geben. 

Die Stationen der Festmeile.

Es soll an einem Aktionsstand des NABU zum Thema „Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten“, informiert werden. Die Jägerschaft Münden wird sich ebenfalls präsentieren und über ihre Aufgaben und Pflichten berichten. Im Dorfgemeinschaftshaus gibt es Kaffee und Kuchen. Aktionen für Kinder sind Kistenklettern, Puppentheater, eine Hüpfburg, eine Heuhüpfburg, Kinderschminken und Ponyreiten. Neben Getränken, Pommes, Gulasch aus der Gulaschkanone und Fischbrötchen werden Puffer, historisches Essen und Stockbrot angeboten. Die örtlichen Vereine, das DRK, die Feuerwehr und der Feuerwehrverein sind mit verschiedenen Aktionen vertreten. Eine Bühne wird in der Steinbreite aufgebaut. Dort spielt die Feuerwehrkapelle Varlosen, die Gimter Garde, der Mitmachzirkus des Mündener Kneipp-Vereins und der Tanzkreis Bühren treten auf. 

Die Gruppe Saltatio Draconum macht mittelalterlich anmutende Musik und werde auch auf der Dorfmeile unterwegs sein. Von 20 bis 22 Uhr macht die Band Tali and the Tacks Musik.

 

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