Kreismusikschule

Von China nach Hann. Münden: Tiayuan Weng ist neuer Lehrer an der Kreismusikschule

Tiayuan Weng aus China studiert in Kassel Musik und gibt in der Musikschule Münden Trompeten- und Klavierunterricht.
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Tiayuan Weng aus China studiert in Kassel Musik und gibt in der Musikschule Münden Trompeten- und Klavierunterricht.

Tiayuan Weng stammt aus China. In Kassel studiert er Musik. Nun ist er als Lehrer an der Kreismusikschule in Hann. Münden beschäftigt. Wie kam er zur Musik?

Hann. Münden – „Ich freue mich, mit Tiayuan Weng einen jungen und engagierten Kollegen gefunden zu haben“, sagte Gabriele Altmeppen, Regionalleiterin der Kreismusikschule Hann. Münden am Werraweg bei der Vorstellung des Musiklehrers Tiayuan Weng (21) aus China. Seit einem Monat unterrichtet er nicht nur als Trompeten- sondern auch als Klavierlehrer. Er ist der Jüngste im Team. Zurzeit ist er jeden Dienstag in der Musikschule, die Unterrichtszeiten können bei Bedarf auch ausgeweitet werden. „Trompetenunterricht ist möglich, sowie Kinder zwei Schneidezähne haben“, sagt Weng. Klavierunterricht empfiehlt er ab fünf Jahren.

Er spielt Klavier und Trompete

„Als ich fünf Jahre alt war, wollten meine Eltern, dass ich Klavier spielen lerne“, berichtet Tiayuan Weng. Nach zwei Jahren habe er Interesse und Freude am Klavierspielen gehabt, fand aber gleichzeitig Gefallen an der Trompete. Er nahm Trompetenunterricht bei einem Lehrer, der in Deutschland Musik studiert hatte. Das Klavier geriet für einige Zeit ein wenig in den Hintergrund.

Vor zweieinhalb Jahren kam er nach Kassel, um dort Musik mit Hauptfach Trompete und Klavier zu studieren. Dort stieß er auf einen Dozenten seines Musiklehrers aus China.

Neben seinem Studium unterrichtet er nun in der Kreismusikschule Hann. Münden und sammelt Erfahrungen für die Unterrichtspraxis. „Pädagogisch ist der Unterricht hier besser als in China“, stellt Weng fest. „In China gilt, was der Lehrer sagt, ist alles richtig“. Hier in Deutschland dürften die Schüler selber denken und Ideen entwickeln. Falls er nach dem Studium nach China zurückkehren sollte, würde er gerne dieses System für sich in seine Arbeit einbinden. Ob er nach seinem Abschluss in China oder Deutschland einen Beruf ausüben möchte, kann er noch nicht sagen. Zwei Jahre muss er noch studieren. Auch welche berufliche Richtung er einschlagen möchte, ist noch offen – ob Chor, Orchester oder Dozent. In einem Orchester zu spielen sei schon interessant, auch sein Dozent musiziert beim Göttinger Symphonieorchester.

Tiayuan Weng: Leben in China ist sehr schnell

Die Eltern des Studierenden arbeiten in seiner Heimatstadt Hang Zhou (Provinz Zhejiang) an der Universität im Bereich Wirtschaft und Finanzen.

Die Großstadt hat über zehn Millionen Einwohner. Er fühle sich sehr wohl hier in Deutschland. In China ist das Leben zu schnell, zu viele Menschen und eine Überhäufung an Kultur. Bei einem Teil der Bevölkerung liegen Kultur und Ansprüche weit oben bei anderen sehr weit unten, die Schere klaffe zu weit auseinander. Gabriele Altmeppen berichtet, dass nach der Coronapause wieder alle Fächer, auch Gesang, an der Musikschule unterrichtet werden. Hygienevorschriften werden beachtet, indem Einzelunterricht bei geöffneten Fenstern stattfindet.

Im Bereich Blasinstrumente gehören neben Trompete unter anderem auch Saxofon, Klarinette gerne auch Fagott zu den Unterrichtseinheiten. (Von Petra Siebert)

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