Firmenporträt

Von Hann. Münden in die Welt: Das Unternehmen Awuko produziert in der Dreiflüssestadt Schleifmittel

Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) besuchten das Werk von Awuko. Dort empfing sie Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher (Dritte von rechts). Der hölzerne Löwe ist das Symbol der Firma, die 1900 in Hann. Münden gegründet wurde
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Der Löwe als Symbol: Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) besuchten das Werk von Awuko. Dort empfing sie Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher (Dritte von rechts).

Das Unternehmen Awuko agiert weltweit. Sie produzieren Schleifmittel, die in über 100 Länder geliefert werden. Corona hat dem Unternehmen auch zu schaffen gemacht. Umweltminister Olaf Lies besuchte die Produktionsstätte.

Hann. Münden – Von Hann. Münden nach Indien, Brasilien und zur Lederindustrie auf dem afrikanischen Kontinent: Das Unternehmen Awuko Abrasives Wandmacher stellt Schleifmittel her und versorgt Kunden weltweit damit.

Ein Monat Kurzarbeit bei Hann. Mündener Unternehmen

„Wir beliefern die Industrie, Händler und auch Privatkunden mit unseren Produkten“, berichtet Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher. „70 Prozent unseres Geschäfts sind Export.“ Darum hätte das Unternehmen auch schwer unter der Coronakrise gelitten. Im Mai hatte man 100 Prozent Kurzarbeit gehabt, ab Juni lief die Produktion wieder an. Mittlerweile habe sich das Geschäft wieder erholt, berichtet die Geschäftsführerin. In Deutschland laufe es wieder recht normal, in Ländern, die extrem vom Coronavirus betroffen sind, sehe das natürlich anders aus. Insgesamt werden Kunden in 110 Ländern beliefert. „Bis Anfang 2021 wird sich unsere Bilanz aber erholt haben“, prognostiziert sie.

Awuko wurde vor 120 Jahren in Hann. Münden gegründet

Die 1900 von August Wandmacher als „A. Wandmacher & Co“ gegründete Firma hat 185 Mitarbeiter, davon 75 Prozent Männer. Dabei steht der heutige Firmenname Awuko für „August Wandmacher und Kompanie“. Der Unternehmer Wandmacher entwickelte 1899 das Schmirgelkissen für den Lederschliff, dass er als Gebrauchsmuster schützen ließ.

Laut eigener Aussage ist die Firma einer der Marktführer im Segment Qualitätsschleifmittel mit den Schwerpunkten Holz- und Lederschliff, aber auch Metall- und Edelstahlschliff. Daher seien auch Länder, in denen es eine große Lederindustrie gibt, wie zum Beispiel Indien, wichtige Handelspartner. An sie werden die Schleifmittelmittel, umgangssprachlich Schleifpapier, geliefert. Zudem werden die Produktionsprozesse stetig weiterentwickelt. So wurde eine neue Herstellungsform patentiert, die die Produktion des Schleifpapiers umweltfreundlicher machen sollen. Dabei werde Wasser gespart und es werde keine Säure eingesetzt.

Besuch von hohen Politikern in Hann. Münden

Awuko spricht von SGI (Surface Grinding Innovation – Deutsch: Oberflächenschliff-Innovation). Dabei wird statt Papier, das in einem chemischen Prozess behandelt wird, mehrere Fleece-Lagen eingesetzt. Diese Unterlagen dämpfen auch die Schwingungen bei handgeführten Geräten. Das sei für den Benutzer besser, da so die Gefahr des Vibrationsbedingten Vasospastischen Syndroms (VVS) verringert werden könnte, teilt das Unternehmen mit. Beim VVS entstehen durch ständige Vibrationen Schäden an Handgefäßen und Nerven. Wegen dieser neuen, patentierten Herstellungsformen besuchte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD) das Unternehmen.

Dort ließen sich die Politiker das Patent erklären und erhielten Einblick in die Produktion. Allgemein setze das Unternehmen auf das Einsparen von Wasser und Treibhausgasen, teilt Axel Hinder von der Geschäftsführung mit. In den kommenden Jahren werde Awuko in die Modernisierung im Bereich der Maschinenoptimierung, der Umwelttechnik und der Digitalisierung investieren, teilt Geschäftsführerin Nicole Pinne-Wandmacher mit. Der Umsatz von Awuko in 2019 betrug laut Managing Director Axel Hinder 21,141 Millionen Euro, das operative Bilanzergebnis sei leider negativ gewesen: Awuko habe in 2019 einen operativen Verlust in Höhe von 3,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen habe in normalen Jahren einen Umsatz von circa 24 Millionen Euro, teilt Axel Hinder mit. (Von Jens Döll)

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