VR Bank in Südniedersachsen

VR-Bank schließt Filiale in Hemeln

Die Filiale der VR-Bank in Hemeln soll am ersten April komplett geschlossen werden.
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Die Filiale der VR-Bank in Hemeln soll am ersten April komplett geschlossen werden.

Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urahn ist über die Pläne der VR-Bank entsetzt: „Damit wird ein weiteres, wichtiges Stück Infrastruktur in Hemeln plattgemacht.“

Hemeln/Uschlag – Die VR-Bank in Südniedersachsen schließt ihre Filiale in Hemeln komplett und fährt ihr Angebot in Uschlag zurück. In dem Staufenberger Ortsteil wird es künftig nur noch ein Selbstbedienungsangebot und Beratung nach Terminvereinbarung geben. Das teilte die VR-Bank auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Das Aus für die Geschäftsstelle in Hemeln, die vor Corona laut Bank zuletzt nur noch an einem Tag geöffnet hatte, ist zum 1. April geplant. Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urhahn spricht von einer Hiobsbotschaft für den Ort.

Auch außerhalb des Altkreises Münden plant das Geldinstitut Schließungen. Betroffen sind die Geschäftsstellen in Ottenstein und Heinsen sowie zum 1. Mai in Neuhaus.

Der Kostendruck, unter dem die regionalen Banken vor dem Hintergrund von Niedrigzinsen stünden, wachse enorm, begründete Jens Ripke, Vorstandsmitglied der VR-Bank, im Gespräch mit unserer Zeitung den Schritt. Er sei wirtschaftlich für das Unternehmen unausweichlich gewesen. Zudem habe sich auch das Kundenverhalten in den vergangenen Monaten, beschleunigt durch Corona, stark verändert. Kunden erwarteten zunehmend eine qualifizierte Beratung sowie Betreuung über Telefon und Internet; der klassische Service in den Filialen hingegen werde immer weniger in Anspruch genommen, so Ripke in einer Stellungnahme der Bank.

„Vor Ort in den Filialen treffen wir unsere Kunden zunehmend seltener. Immer mehr Kunden erledigen einfache Bankgeschäfte wie Überweisungen oder Daueraufträge online“.

Zwei Drittel aller Kunden machten Online-Banking, erläuterte Ripke. Ein weiterer Grund für die Schließungspläne sei gewesen, dass bis Ende des Jahres größere Investitionen in die Technik der Filialen nötig gewesen wären. Ripke sprach gegenüber unserer Zeitung von mehreren zehntausend Euro pro Filiale. Alle Geräte hätten ausgetauscht werden müssen.

Hemelns Ortsbürgermeister Alfred Urhahn kritisierte die Entscheidung scharf. Damit werde ein weiteres, wichtiges Stück Infrastruktur in Hemeln plattgemacht. „Noch 2013, nach Schließung der Sparkassen-Filiale, sicherte uns der Vorstand der VR-Bank den weiteren Bestand ihrer Geschäftsstelle zu“, schreibt Urhahn in einer Mitteilung. „Mehr und mehr wird die Idee der Genossenschaftsbanken dem Profit geopfert.“ Im jüngsten Geschäftsbericht sei zu lesen, dass es trotz widriger Rahmenbedingen wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr gewesen und die VR-Bank in allen bedeutenden Positionen gewachsen sei. Urhahn kündigte an: „Wir werden mit der VR-Bank in Verbindung treten, um Lösungen zum Erhalt der Zweigstelle zu finden. Zumindest sollte der Geldautomat- und Druckerbereich erhalten bleiben“, so Urhahn. Auch wegen des Abrisses des Hit-Marktes im Nachbarort Gimte, in dem ein Geldautomat und Kontoauszugsdrucker der VR-Bank stehen, müssten die Automaten in Hemeln über den 1. April hinaus erhalten bleiben. Die Wege nach Dransfeld und Hann. Münden seien für viele Kunden nicht möglich: „Besonders für die nicht mehr mobilen Menschen ist das Angebot der Bank vor Ort extrem wichtig.“

Nach dem Abriss ist für den Hit-Markt in Gimte ein Neubau geplant. Laut den bisherigen Planungen der neuen Eigentümer des Areals, der Modulus Real Estate GmbH, soll er in rund zwei Jahren stehen.

Nach Angaben der VR-Bank werde es darin auch wieder eine SB-Filiale geben. (Von Ekkehard Maass)

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