Nach Raubüberfall auf Tankstelle

Bei Waffeneinsatz droht hohe Haftstrafe

Hann. Münden. Nach einem Überfall auf eine Tankstelle in Hedemünden am Donnerstagabend haben wir beim Amtsgericht nachgefragt, mit welchen Konsequenzen die Täter rechnen müssen. Eine Höchststrafe von 15 Jahren ist möglich.

Wer bei einem Raub oder einer sogenannten räuberischen Erpressung eine scharfe Waffe benutzt, muss mit mindestens fünf Jahren Haft rechnen. Nach oben ist keine Grenze gesetzt, also ist auch die Höchststrafe von 15 Jahren möglich.

Als Raub gelte juristisch dabei, wenn der Täter dem Opfer etwas wegnimmt, als „räuberische Erpressung“ werde bezeichnet, wenn der Täter das Opfer nötigt, das herauszugeben, was er haben will, erläutert Richter Wilfried Kraft, Direktor des Amtsgerichtes in Hann. Münden, den Sachverhalt auf HNA-Anfrage. In beiden Fällen kommt der Täter durch Gewalt oder die Androhung von Gewalt zum Ziel.

Ist tatsächlich eine scharfe Waffe im Spiel, falle ihm wenig ein, was aus einem solchen Fall einen „minder schweren Fall“ machen könnte, was das Strafmaß verringern würde, so Kraft. Natürlich müsse man immer alle Details wissen, aber beim Einsatz einer scharfen Schusswaffe spiele die Größe der Beute keine Rolle - das heißt, auch für einige Schachteln Zigaretten, wie jetzt an der Tankstelle Hedemünden, muss der Täter mit mindestens fünf Jahren Strafe rechnen. „Einsatz der Waffe“ heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass tatsächlich geschossen wurde, auch das Vorhalten der Waffe gilt als „Einsatz“. Diese Definition greift auch für Messer.

Handelte es sich um eine Scheinwaffe, also um ein Spielzeug, das lediglich wie eine Waffe aussieht, fällt das Strafmaß mit mindestens drei Jahren geringer aus - so zumindest das Raster. Letztendlich ist jedes Urteil vom Einzelfall abhänig. Delikte, die bis zu vier Jahre Haft nach sich ziehen, landen vorm Amtsgericht in Hann. Münden, schwerere Fälle beim Landgericht in Göttingen.

Im Bereich des Polizeikommissariats Hann. Münden, der den Altkreis Münden abdeckt, gab es im Jahr 2012 insgesamt neun Raubtaten, so Pressesprecherin Jasmin Kaatz auf HNA-Anfrage. Im Jahr 2013 waren es sieben. Die Zahl für das Jahr 2014 ist noch nicht herausgegeben, doch handele es sich voraussichtlich um einen leichten Anstieg gegenüber 2013, der auf eine Serie von Überfällen auf Kioske und Spielhallen zurückgehe.

Über sieben solcher Überfälle hatte die HNA im vergangenen Jahr berichtet. Drei davon sind aufgeklärt, alle in Hann. Münden: Der Überfall auf den Kiosk Am Entenbusch vom Mai sowie die Überfälle auf das Online-Café in der Burgstraße und die Spielhalle im Stadtteil Blume vom Juli. Diese Täter hat die Polizei gefasst. Die Ermittlungsgruppe Spielhalle, die angesichts der Raubserie voriges Jahr gebildet worden war, arbeitet weiter. (tns)

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