Bericht über Zustand der Wälder in Südniedersachsen 

Das Sterben der Eschen ist ein großes Problem

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Kahle Äste in der Krone: Wenn die Eschen belaubt sind, kann man eines der Zeichen des Pilzbefalls erkennen - wie auf diesem Archivbild. 

Altkreis Münden. In Südniedersachsen ist das fortschreitende Sterben der Eschen ein enormes Problem. „Das Eschentriebsterben ist auf großer Fläche präsent, die Erkrankung kommt bei Eschen aller Altersklassen und auf allen Eschen-Standorten vor.“

Das erklärt der Pressesprecher der Landesforsten, Michael Rudolph, und bezieht sich damit auf den neuesten Waldzustandsbericht, den das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium kürzlich vorlegte.

Die Erkrankung, vom Pilz "Falsches Weißes Stengelbecherchen" verursacht, kann Eschen aller Altersklassen befallen. Die heimische Esche ist durch die Pilzerkrankung stark gefährdet. Betroffen vom Eschensterben ist auch das Forstamt Münden. Im Bereich Laubach musste in einer Auenwaldfläche ein Wanderweg gesperrt werden, um erkrankte Eschen zu fällen, erklärt Forstamtsleiter Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst. An das Fällen sei derzeit wegen feuchter Waldböden nicht zu denken, im Februar oder März solle das dann geschehen, so der Forstamtsleiter. 

Erfreulicherweise seien die Eichen im Forstamtsbereich nicht von starkem Schmetterlingsraupen-Befall betroffen, der auch lichte Kronen zur Folge hat, so die Forstexperten. In ganz Niedersachsen ist die Eiche die Hauptbaumart, die am meisten Blattausfall in den Kronen aufweist. Seit 2013 wurden aber keine nennenswerten Schäden durch Blattfraß an den älteren Eichen festgestellt.

Das vergangene Vegetationsjahr ist nach Angaben des Ministeriums das 21. Jahr in Folge, das im Vergleich zur Klimanormal-Periode – 1961-1990 – zu warm ausfiel.

Insgesamt war es häufig zu trocken, sodass im Laufe des Frühjahrs die Trockenheit zu einem zunehmenden Problem für die Vegetationsentwicklung zu werden drohte. Die hohen Niederschlagsmengen im Juni und Juli beendeten jedoch die Trockenheit.

Pilzbefall

Die durch den Wind verbreiteten Sporen des Pilzes "Falsches Weißes Stengelbecherchen", aus Asien eingeschleppt,  infizieren Blattspreiten, Blattspindeln und Rindenbereiche von Trieben, Stämmen und Wurzelansätzen der Eschen und ermöglichen dem Erreger so das Einwachsen in junge Triebe und Stämme. Junge und alte Eschen sind vom Pilzbefall betroffen. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Es zeichnet sich ab, dass einzelne Eschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung weniger anfällig oder resistent gegen die Krankheit sind. Es gibt bereits Versuchsfelder mit resistenten Eschen, um Klone zu bilden und diese gegebenenfalls im Wald anzusiedeln.

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