Mündener Handwerker will Autofahrer zur Vorsicht mahnen

Augen auf für die Kinder: Besorgter Vater aus Hann. Münden verteilt Warn-Plakate

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Besorgter Vater: Timo Aschmann bietet kostenlose „Achtung-Kinder“-Plakate an.   

Hann. Münden. Wenn man Kinder hat, verändert sich die Einstellung zum Straßenverkehr. So ging es Timo Aschmann. 

Der Elektrotechniker-Meister ist Vater einer achtjährigen Tochter: „Sie geht jeden Tag zu Fuß zur Schule, da macht man sich natürlich Sorgen.“ Um andere Autofahrer auf Kinder an und auf der Straße aufmerksam zu machen, möchte er Warn-Plakate verteilen.

Die Verkehrswacht Hann. Münden hängt mit Schuljahresbeginn im August vielerorts Banner auf, die Autofahrer auf Kinder im Straßenverkehr aufmerksam machen sollen. „Mir ist aufgefallen, dass ich sensibler für Gefahrenstellen bin, wenn ich die Hinweise sehe“, sagt Aschmann. Deshalb hat er 500 Plakate drucken lassen, die kostenlos zur Abholung in seiner Firma Elektro Plischke bereit liegen. „Wenn durch die Plakate nur ein Unfall verhindert wird, dann ist das schon ein Gewinn“, so Aschmann.

Laut Informationen der Polizeiinspektion Göttingen gab es 2017 drei Unfälle im Altkreis Münden, bei denen Kinder im Alter von zehn und elf Jahren nach einem Sturz vom Fahrrad leicht verletzt wurden. In zwei Fällen waren Autofahrer beteiligt. Im gesamten Landkreis Göttingen verunglückten voriges Jahr 71 Kinder bis 14 Jahre im Straßenverkehr. Sechs von ihnen wurden schwer verletzt, die anderen leicht. Kein Kind wurde getötet. „Der Schutz von Kindern hat oberste Priorität“, sagt Klaus Ulbricht, Geschäftsführer der Verkehrswacht Hann. Münden. Jedoch sieht er Aschmanns Angebot kritisch. „Es stehen schon zu viele Verkehrszeichen an den Straßen. Die zusätzlichen Plakate können leicht übersehen werden.“ Außerdem gewöhnten sich Autofahrer schnell an die Warnhinweise und nehmen sie nicht mehr wahr. Deshalb entferne die Verkehrswacht ihre Banner zu den Herbstferien wieder.

Ulbricht rät, Gefahrenstellen der Kommune oder der Polizei zu melden. Die Verkehrswacht stelle dann Radaranlagen auf, die die Auslastung von Straßen und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge messen, so der ehemalige Polizist. „In der Regel bewahrheiten sich die Hinweise jedoch nicht. Anwohner nehmen Autos oft schneller wahr, als sie tatsächlich fahren.“

Timo Aschmann hat für den korrekten Umgang mit den Plakaten einen Anwalt zurate gezogen: „Man darf die Plakate auf seinem privaten Grundstück anbringen, auch der Zaun gehört dazu. Es ist aber verboten, sie im öffentlichen Raum aufzuhängen.“ Bei Unklarheiten zur korrekten Anbringung solle man zur Sicherheit das Ordnungsamt kontaktieren, so Aschmann. • Kontakt: Timo Aschmann, Lohstraße 20, Hann. Münden, 0 55 41/ 67 70, www.elektro-plischke.de

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