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Warntag im Raum Hann. Münden: Dieses Mal sollen die Sirenen ertönen

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Beim Warntag 2020 waren vielerorts keine Sirenen zu hören. Die CDU-Fraktion im Kreistag hat nun beim Landrat angefragt, wie die Vorbereitungen zum Warntag in diesem Jahr laufen (Symbolbild).
Beim Warntag 2020 waren vielerorts keine Sirenen zu hören. Dieses Jahr soll es am 08.12.2022 anders sein. Der Landkreis habe nachgerüstet, heißt es. (Symbolbild) © Thomas Thiele

Bundesweiter Warntag am Donnerstag, 08.12.2022. Diesmal sollen auch im Altkreis Münden die Sirenen zu hören sein. Das teilt der Landkreis und die Kommunen mit.

Hann. Münden – Der erste bundesweite Warntag vor zwei Jahren hat viele technische Mängel aufgezeigt. Am meisten haben sich die Menschen in der Region gewundert, dass der angekündigte Sirenenalarm vielerorts ausblieb. Statt um 11 Uhr einen 60 Sekunden dauernden auf- und abschwellende Warnton abzugeben, blieben sie einfach still. Es fehlten die technischen Voraussetzungen. Das ist dieses Mal anders.

Altkreis Münden: Sirenen sollen am Warntag erklingen

Beim nächsten bundesweiten Warntag am kommenden Donnerstag, 08.12.2022, an dem Bund, Länder, Kreise sowie Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Übung ihre Warnmittel ausprobieren, sollen auch im Altkreis Münden die Sirenen heulen. Marlies Dornieden, Kreisrätin des Landkreises Göttingen, weist darauf hin, dass der Landkreis die noch vorhandenen Sirenen auf seinem Gebiet in den vergangenen Monaten so weit nachgerüstet habe, dass sie auch den sogenannten Bevölkerungswarnton abgeben können.

„Damit stärken wir in Katastrophen die notwendige Warnung der Bevölkerung“, so Dornieden in einer Mitteilung von Stadt und Landkreis Göttingen. Weil es aber nicht mehr in allen Orten Sirenen gebe, müssten die Menschen auf den „Warnmittelmix setzen“ und auch die weiteren Warninstrumente nutzen, heißt es darin weiter. Das gilt insbesondere für Hann. Münden, wo es in der Kernstadt keine Sirenen mehr gibt. Sie sind schon lange abgebaut. Aber in den zehn Ortsteilen stehen sie noch und die, so sei es geplant, sollen auch heulen, so Jörg Golde, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt. Der Landkreis habe sie entsprechend nachgerüstet.

Dransfeld und Staufenberg: Warnsirenen aufgerüstet

Das gilt auch für die zwanzig Sirenen in der Samtgemeinde Dransfeld, wie Dirk Aue vom Bau- und Ordnungsamt mitteilt. Sie seien so ausgerüstet und programmiert, dass sie auch den Warnton zum Katastrophenschutz abgeben können. „Ob das tatsächlich so funktioniert, soll eben auch der Warntag zeigen.“ Gespannt, ab alles klappt, ist auch Dominik Feist von der Staufenberger Gemeindeverwaltung. Im Obergericht seien aber alle 13 Sirenen für den Warntag einsatzbereit.

Warnung über verschiedene Kanäle

Am Warntag aktivieren Behörden und Einsatzkräfte ab 11 Uhr verschiedene Warnmittel wie Sirenen, Warn-Apps, Radio und Fernsehen sowie soziale Medien. Zudem wird zum ersten Mal Cell Broadcast eingesetzt. Dies ist eine Warnnachricht, die direkt aufs Handy geschickt wird. Die Sirenen warnen durch einen 60 Sekunden dauernden auf- und abschwellende Heulton, nach zehn Minuten folgt ein 60 Sekunden dauernder Ton zur Entwarnung. 

Amateurfunker beteiligen sich an Warntag

Für den bundesweiten Warntag am Donnerstag (08.12.2022) haben die niedersächsischen Funkamateure eine besondere Aktion vorbereitet, um ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Mit dabei ist auch der Ortsverband Göttingen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC). Das teilte Frank Richardt, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender, mit. Wie Richardt weiter berichtet, hat der Distrikt Niedersachsen des DARC alle Funkamateure im Distrikt und im Umfeld dazu aufgerufen, am Warntag ab 11 Uhr – wenn über diverse Kanäle und Medien Warnmeldungen geschickt werden – selbst eine kurze Meldung mit dem aktuellen Standort über ein Amateurfunkgerät abzusetzen.

In jedem Zuständigkeitsbereich einer Katastrophenschutzbehörde werde eine Leitstation aktiv sein und die Meldungen aufnehmen. Der DARC-Ortsverband Göttingen werde in seiner Clubstation in der Breslauer Straße 2 in Göttingen als Leitstation für die Stadt und auch für den Landkreis Göttingen arbeiten. Die Aktion finde zwischen 11 und 13 Uhr statt. Sie solle den Behörden zeigen, auf welch einer großen Fläche Funkamateure zur Verfügung stehen. „In einem Notfall, wie einem längeren Stromausfall, kann mittels einfacher batteriebetriebener Funkgeräte noch eine Kommunikation gewährleistet werden.“

Landkreis Göttingen: Funker decken großes Gebiet ab

Um ein großes Gebiet abzudecken, werde über örtliche Relaisfunkstellen des Amateurfunkdienstes gearbeitet. Diese von Funkamateuren privat betriebenen Funkanlagen an exponierten Standorten könnten meist bereits mittels Akkus, Fotovoltaik und Ähnlichem eine mehrtägige Betriebszeit ohne öffentliche Stromversorgung sicherstellen.

„Unsere Anlagen arbeiten auch meist dann noch zuverlässig, wenn Mobilfunknetz und öffentliche und private Funkdienste schon längst zusammengebrochen sind“, schreibt Richardt. Diese Anlagen könnten Behörden für Warnung und Information der Bevölkerung nutzen und Rückmeldungen beziehungsweise Notrufe erhalten – „das ist unser Angebot.“

Der Ortsverband Göttingen, einer von rund 960 des DARC bundesweit, stehe als Ansprechpartner sowie mit Rat und Tat rund um Funktechnik und Elektronik immer gerne zur Verfügung. (Ekkehard Maaß)

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