Bunter Herbst

Warum Mündener Wälder wegen des Klimawandels bunter werden

Umbau für den Klimawandel: Mitarbeiter vom Stadtwald Münden pflanzen Jungpflanzen.
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Umbau für den Klimawandel: Mitarbeiter vom Stadtwald Münden pflanzen Jungpflanzen.

Die Wälder werden bunt – diesmal zur passenden Jahreszeit und nicht dürrebedingt im Spätsommer. Zudem werden die Landschaften wegen dem klimawandelbedingten Waldumbau immer bunter.

Altkreis Münden – Durch die abnehmende Tageslänge initiiert, färben sich Buchen, Eichen, Eschen, Ahorne und Linden mit herrlichen Blättern von Grün, Gelb, Orange, Rot und Braun, oft verbunden mit einem immer wieder strahlend blauen Himmel.

„Es sind biochemische Prozesse, die diese Blattfärbungen bei den Laubbäumen verursachen“, erklärt Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald Münden: Das intensiv grün färbende Chlorophyll, das für die Fotosynthese im Blatt verantwortlich ist, wird in dieser Zeit in Stamm und Wurzeln gespeichert, damit der Laubbaum allmählich in die Winterruhe gehen kann. Durch die Verlagerung des Blattgrüns kommen jetzt andere Blattfarbstoffe für kurze Zeit zum Vorschein, die die vielfältige Herbstfärbung verursachen.

Der Umbau des Stadtwaldes, aber auch des Staatswaldes sowie vieler Privatwälder hin zu klimastabileren, laubholzreicheren Mischwäldern wird die Region künftig noch deutlich bunter machen. Auf den durch den fortschreitenden Klimawandel entstandenen Schadflächen – im Mündener Stadtwald sind es fast 500 Hektar – werden tausende Jungpflanzen gepflanzt und so die Flächen wiederbewaldet.

Herbstliche Farben: Unser Bild entstand im Wald bei Laubach in der Nähe des Letzten Hellers.

Die Palette der dabei verwendeten Waldbaumarten ist groß. Von der sich rot verfärbenden Roteiche über die sich im Herbst mit gelben Nadeln verfärbenden Lärchen bis zu gelben Edelkastanien, Hainbuchen und Bergahornen, Linden, Ulmen und Erlen. Ist die Wiederaufforstung der großen Kahlflächen abgeschlossen, werden künftig auch weiter in den nicht von der Dürre beeinträchtigten Nadelwäldern Laubhölzer gepflanzt – quasi als Investition in die Zukunft.

Wälder nicht dem Klimaschicksal überlassen: Aktive Waldbewirtschaftung notwendig

Die aktive Waldbewirtschaftung sei daher notwendig, um in den nächsten Jahrzehnten klimastabile Waldbestände entstehen zu lassen, sagt Gohde. „Wälder ihrem Klimaschicksal zu überlassen, ist keine Option“, so Gohde, denn dann würden sich überwiegend die vorher am Standort dominierenden Fichten neben einigen Pionierbaumarten wie Birke und Eberesche vermehren.

Wie aber überstehen die Nadelbäume der Region eigentlich den Winter? Außer der Lärche, die ihre Nadeln abwirft, verfolgen Fichte, Douglasie, Kiefer und Weißtanne eine andere Strategie: Sie bilden eine Wachsschicht auf ihren Nadeln und verschließen so die Spaltöffnungen, durch die ansonsten Wasser verdunsten würde.

In der kalten Jahreszeit wäre eine Wasserverdunstung über die Krone für den Baum verhängnisvoll, da dieser im dann wintergefrorenen Boden das Wasser über die Wurzeln nicht mehr aufnehmen kann. (Christian Mühlhausen)

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