Was macht die Feuerwehr nach dem Brand?

Ein Besuch in der Atemschutzgeräte-Werkstatt in Hann. Münden

Prüft die Atemschutzgeräte genau: Eike Schucht arbeitet seit 20 Jahren in der Atemschutzgeräte-Werkstatt in Hann. Münden.
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Prüft die Atemschutzgeräte genau: Eike Schucht arbeitet seit 20 Jahren in der Atemschutzgeräte-Werkstatt in Hann. Münden.

Der Großbrand in der Rosenstraße hat von Einsatzkräften aus Hann. Münden und der Region viel abverlangt. Doch wie geht es weiter, nachdem „Feuer aus“ gemeldet wurde?

Hann. Münden – Der Tisch in der Werkstatt liegt voller Atemschutzmasken. „Wir müssen nach diesem Brand 80 Stück reinigen und prüfen“, sagt Eike Schucht, der seit 20 Jahren in der Werkstatt arbeitet und zudem ehrenamtlich Ortsbrandmeister der Stadt Hann. Münden ist.

Und das sei nur das Material für die Feuerwehr Hann. Münden und die Ortsteile. Dazu kämen noch die Masken und Geräte der Staufenberger und Dransfelder Wehren, die aber in Potzwenden gewartet würden.

Schucht muss die Geräte in Einzelteile zerlegen und alle von Hand reinigen, mit Wasser und einem speziellen Reinigungsmittel, das die Dichtungen nicht angreift. Während des Großbrandes in der Altstadt habe es sich als vorteilhaft erwiesen, dass es in Hann. Münden eine solche Werkstatt gibt.

Vier Personen arbeiten laut Eike Schucht derzeit in der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Für die Überprüfung der Atemschutzgeräte brauche man eine besondere Zertifizierung und Befähigung. „Das darf nicht jeder“, betont Schucht.

Für die Lungenautomaten nutzen die Werkstattmitarbeiter eine sogenannte Prüflunge mit einer speziellen Software.

Jedes Gerät muss routinemäßig halbjährlich sowie nach jedem Einsatz überprüft werden. Nach der Reinigung und Prüfung werden die Atemschutzmasken neu in Folie verpackt und dann mit einem Prüfzeichen versehen. Mit der Prüflunge wird zum Beispiel das Manometer, die Druckanzeige kontrolliert.

Unterschreitet der Druck in der Flasche 50 Bar, muss ein lauter Piepton zu hören sein. „Dann weiß der Träger, dass die Atemluft zur Neige geht“, sagt Schucht.

Ist eine Pressluftflasche vollgefüllt, beträgt der Druck in der Flasche 300 Bar. Über einen Druckminderer wird er auf einen Mitteldruck verringert, über den Lungenautomat auf den Luftdruck normaler Atemluft angepasst.

Normalerweise reiche eine Pressluftflasche etwa für 25 Minuten, bei körperlicher Anstrengung könne sich dieser Zeitraum verkürzen.

Bevor ein Träger mit einer neuen Flasche in den Einsatz gehen könnte, müsse er eine gewisse Ruhephase einhalten. Die komplette Ausrüstung eines Atemschutzgerätes wiege derzeit 11,4 Kilogramm. Während früher Stahl-Pressluftflaschen verwendet worden seien, nutze die Mündener Feuerwehr heute Composite oder CFK-Flaschen.

Diese wögen 7,4 Kilogramm, während eine Stahlflasche mit 9,8 Kilogramm zu Buche schlage. Zugleich biete die Composite-Flasche sogar 0,7 Liter an zusätzlichem Inhalt im Vergleich zur Stahlpressluftflasche.

„Wir dürfen hier auch Reparaturen und Revisionen selbst machen.“ Das sei bei sogenannten Atemschutzpflegestellen, die es ebenfalls gebe, nicht möglich.

Der Einsatz beim Altstadtbrand in Hann. Münden habe gezeigt, dass die Logistik im Hintergrund funktionieren müsse, das habe in diesem Fall sehr gut geklappt.

Das gelte auch zum Beispiel für die Schläuche, die ebenfalls in Hann. Münden gewartet werden.

Von Thomas Schlenz

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