Versorgungsbetriebe: Wasser nachhaltig schützen

Expertenrunde: (von links) Michaela Neumeyer vom Wasserverband Peine, Jens Steinhoff, Technischer Leiter der Versorgungsbetriebe Hann. Münden, Betriebsingenieurin Tanja Spier (VHM) und Carsten Drewes vom Ingenieurbüro Geries. Foto: Künemund

Hann. Münden. Die Trinkwasserqualität in Deutschland ist gut. Doch: Wieso, wenn Pestizide und Nitrat im Grundwasser sind? Wir haben die Versorgungsbetriebe Hann. Münden gefragt.

Eine Studie des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat kürzlich Pflanzenschutzmittel darin nachgewiesen, auch an Messstellen im Altkreis Münden.

Wieso ist das Trinkwasser aus der Leitung trotzdem so gut? 

Wasserversorger, darunter auch die VHM und der Wasserverband Peine, arbeiten seit Jahren mit Landwirten zusammen - hier vor Ort in der Kooperation Trinkwasserschutz Obere Weser. Das Ziel ist, den Nitratgehalt und die Menge der Pflanzenschutzmittel stabil zu halten oder zu senken und weitere Einträge ins Grundwasser zu vermeiden. Die Kooperation ist auf zwei Säulen aufgebaut: der Gewässerschutz-Zusatzberatung und den freiwilligen Vereinbarungen. Grenzwerte wurden hier noch nie überschritten. Mit der heutigen Technik sind aber eben auch noch so kleine, aktuell ungefährliche Spuren nachweisbar. Damit keine Gefahr entsteht, wird vorbeugend gearbeitet.

Wie genau läuft das denn ab?

Die Versorungsbetriebe Hann. Münden lassen Proben aus dem Grundwasser von einem akkreditierten Labor untersuchen und analysieren. Ein zwischengeschaltetes Ingenieurbüro tritt als Vermittler auf. Gemeinsam mit anderen Akteuren und Behörden, darunter der NLWKN, gibt es Informationen und Ratschläge in Broschüren und Beratungen weiter. So erfahren Landwirte in Trinkwassergewinnungsgebieten, zu was sie im Umgang mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln verpflichtet sind und an welchen Stellschrauben sie drehen können, um das Grundwasser nicht zu verunreinigen.

Was hat es mit freiwilligen Vereinbarungen auf sich? 

Wenn Landwirte beispielsweise eine Zwischenfrucht anbauen, um Pflanzenschutzmittel zu binden und nicht absickern zu lassen, werden sie von Land und EU mit einer Aufwandsentschädigung bedacht. In der Kooperation Obere Weser stehen bis 2018 dafür 360 000 Euro bereit. Die Tipps sind für Bauern auch nützlich, weil sie zu einer effektiveren Nutzung der Betriebsmittel führen.

Hat der NLWKN mit seinem Bericht dann nicht umsonst für Aufregung gesorgt? 

Nein. Noch ist alles in Ordnung, aber ohne dauerhafte Kontrollen und die gemeinsame Arbeit sind Anstiege der Nitratwerte auch in tieferen Grundwasserschichten, aus denen das Trinkwasser gewonnen wird, zu erwarten. Deswegen ist es wichtig, immer wieder für das Thema zu sensibilisieren, ohne aber Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Kooperation Obere Weser arbeitet daran und strebt Nachhaltigkeit an.

 

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