Dauerhaftes Rauschen

Wasseraufbereitungsanlage in Münden nervt Nachbarn

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Nachbarn im Wiesenpfad: Wolfgang Schills Haus steht etwa acht Meter vom Gebäude der Versorgungsbetriebe Hann. Münden entfernt.

Hann. Münden. Ein Anwohner der Straße Am Wiesenpfad in Hann. Münden fühlt sich vom Lärm einer Anlage der Versorgungsbetriebe Hann.Münden gestört.

„Es nervt“, sagt Wolfgang Schill, Anwohner der Straße Am Wiesenpfad in Hann. Münden. Was ihn stört ist Lärm, der aus dem Nachbarhaus herüberdringt. Das Gebäude gehört den Versorgungsbetrieben Hann.Münden (VHM), die dort eine Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser betreiben.

Seit einem halben Jahr ist Wolfgang Schill Rentner; gern würde er morgens auch mal etwas länger schlafen. Um sieben Uhr aber sei es für ihn vorbei mit der Ruhe, weil dann die Wasseraufbereitungssanlage in Betrieb gehe.

Drehstrommotor

Durch den Ansaugkanal (kleines Foto) dringt Lärm nach außen.

Das Geräusch entstehe dadurch, dass ein Drehstrommotor im Innern des Nachbargebäudes Luft von draußen ansauge, quasi wie ein großer Staubsauger, erläutert Schill. Über die Schlitze des Ansaugkanals dringe der Lärm nach außen. Er besitze nur noch noch eine Hörfähigkeit von 40 Prozent, dennoch höre er das Geräusch und empfinde es als Lärm. Belastend sei für ihn, dass es dauerhaft rausche.

Das aus der Tiefe gepumpte Wasser fließe durch zwei Behälter mit Filterkies und von da aus in einen großen Alubehälter, wo Luft mit Wasser gemischt werde.

Dieser Alubehälter stehe in einem Raum, der genau gegenüber von seinem Schlafzimmer liege.

Das so aufbereitete Wasser werde dann mit einer Druckpumpe ins Netz gepumpt. Werktags von sieben bis 19 Uhr und samstags und sonntags von neun bis 19 Uhr sei die Anlage in Betrieb.

Er habe mit den VHM gesprochen und die Verantwortlichen auf den Lärm aufmerksam gemacht. Die VHM hätten reagiert, ein einfach verglastes Fenster durch ein Isolierfenster ausgetauscht und vor ein anderes Fenster eine Platte vorgesetzt. Gebracht hätten diese Maßnahmen jedoch nichts, so empfindet es Schill, der Lärm komme nach wie vor aus dem Anzugkanal. Seit über einem Jahr gehe das nun schon so. Er habe einen Anwalt eingeschaltet, aber auch der habe ihm nicht helfen können.

Nachts ausgeschaltet

Jens Steinhoff, Technischer Leiter der VHM, ist mit dem Thema vertraut.

Aus Rücksicht auf den Nachbarn hätten die Versorgungsbetriebe über die genannten Maßnahmen hinaus auch die Anlage in den Nachtstunden ausgeschaltet. Die Grenzwerte nach der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm, kurz TA Lärm, würden eingehalten.

Er wisse im Moment nicht, wie die Versorgungsbetriebe dem Nachbarn noch helfen können, so Steinhoff. Er sei aber bereit, mit Herrn Schill gemeinsam zu überlegen, wie die Situation verbessert, sprich, der Lärm noch mehr vermindert werden kann. 

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