Zwangspause im Weserhafen in Hann. Münden

Wasserstand zu niedrig - Schiff muss warten

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Zwangspause: Das Motorschiff MS Keisar kann wegen des niedrigen Wasserstands nicht starten. Für den Transport des zweiten Dampfüberhitzers wurde ein zweites Schiff angefordert.

Hann. Münden. Weil die Oberweser zu wenig Wasser führt, hat das Motorschiff MS Keisar Zwangspause. Das Schiff hat einen Dampfüberhitzer der Firma Schmidtsche Schack an Bord.

Selbst am zweiten Tag nach der Verladung eines schweren Dampfüberhitzers im Weserhafen in Hann. Münden ist Warten angesagt. Das Motorschiff MS Keisar liegt am Kai, eigentlich sollte es mit beiden Bauteilen für eine Kohlevergasungsanlage auf dem Weg nach Hamburg sein. Doch der Wasserstand ist zu niedrig.

Das sei der Grund für die Zwangspause an der Weserumschlagstelle, sagt der Schiffseigner und Kapitän Karl-Heinz Krüger. Der defekte Elektromotor des Ruders sei hingegen nicht die Ursache für den Stopp. Die MS Keisar hätte auch mit diesem Defekt auslaufen können, betont der Schiffseigner. Er widerspricht damit Darstellungen vom Sonntag an der Verladestelle, als von einem Schaden am Bugstrahlruder die Rede war, der ein Ablegen verhindere. „Ich hätte auch so ablegen können.“

Dass er geduldig bleiben muss und nicht auslaufen darf, liegt am Wasserstand. „Wir laufen bei diesen Verhältnissen auf einen Pegelstand von 1,20 Meter zu“, sagte bereits Montagmittag die Chefin des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Münden, Katrin Urbitsch. Mehr Wasser könne man derzeitig nicht vom Edersee ablassen, „das ist nicht zu verantworten“. Schließlich müsse man sorgsam mit dem Wasser umgehen und auch die Interessen in der Seeregion im Auge behalten.

Einen höheren Wasserstand aber benötigt die Keisar, um abfahren zu können. „Einen Pegelstand von 1,35 Meter bräuchte ich, um abzulegen“, sagt Kapitän Krüger. Wenn er beide Bauteile laden würde, „das wäre vom Gewicht her kein Problem, müsste es schon ein Pegelstand von 1,65 Meter sein“, sagt Krüger. Jeder Tag, an dem er tatenlos in Münden liege, koste ihn etwa 1300 Euro, so Krüger. Aber er hat wohl nur eine Chance, wenn es in Kürze regnet.

Nun soll ein weiteres Schiff kommen, das das zweite Bauteil an Bord nimmt. Nach dem Stand vom Dienstag ist es die Otrate, die laut Kapitän Krüger von Antwerpen über Minden nach Hann. Münden fahren soll.

Maren Anacker, Projektleiterin der Firma Schmidtsche Schack, Arvos GmbH, sagt: „Das Schiff ist an dieser Stelle bei diesem Pegelstand einfach ungeeignet.“

Bleibt die Frage, warum es zu unterschiedlichen Messergebnisssen gekommen war. Die Schmidtsche Schack ging von einem Maximalgewicht pro Teil von 196 Tonnen aus. Beim Wiegen der Achslast für den Schwerlastverkehr auf der Straße wurde zunächst sogar ein geringeres Gewicht gemessen. Tatsächlich war dann das Gewicht am Kran größer als bei der Achlastmessung, das bestellte Schiff hatte bei dem gegenwärtigen Wasserstand deswegen zu viel Tiefgang für die Last.

Die zuständige Schwerlast- und Projektspedition Bohnet hat sich dazu bislang nicht geäußert.

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