Wasserwerk: Bis Januar wird gebohrt

Wasserwerk am Pommernplatz: Hydrogeologe Dr. Stefan Steinmetz (vorn links) erläuterte den Besuchern die Bauarbeiten. Fotos: Krischmann

Hann. Münden. Die Versorgungsbetriebe Hann. Münden erneuern ihr Wasserwerk am Kattenbühl. Bei einer Baustellenbesichtigung informierte Hydrogeologe Dr. Stefan Steinmetz Anwohner.

Am Kattenbühl ist die ungewöhnlichste Baustelle Mündens: Ein Haus wurde in der Mitte durchschnitten, um Platz zu haben für eine Bohranlage, die über das Dach hinausragt. Am Freitagnachmittag hatten die Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM), Betreiberin des Wasserwerks am Kattenbühl, Anwohner und Mitarbeiter der VHM zur Baustellenbesichtigung eingeladen.

Seit September rattert die Bohranlage, fahren Lkw. All das verursache Lärm, sagte ein älteres Ehepaar, das am Pommernplatz wohnt. Wenn die Arbeiten aber sein müssen, um dauerhaft sauberes Trinkwasser zu haben, so akzeptierten sie die Belästigung.

Geplant und überwacht werden die Bauarbeiten von der Kasseler Geonik GmbH und dem Dransfelder Architekturbüro Felies & Heinrich.

Austausch der Rohre

Hydrogeologe Dr. Stefan Steinmetz, Geschäftsführer der Geonik GmbH, informierte die Besuchergruppe auf der Baustelle. Er erläuterte, dass die 66 Jahre alten Rohre des Tiefbrunnens verrostet sind und daher ersetzt werden durch Edelstahlrohre. Der Bohrmeister und seine Kollegen müssten sehr vorsichtig vorgehen, um die altersschwachen Rohre aus 125 Tiefe ans Tageslicht zu holen.

Voraussichtlich im Januar nächsten Jahres werde die Bohrfirma Angers und Söhne, Spezialisten auf ihrem Gebiet, mit dem Überbohren des Tiefbrunnens fertig sein. Dann werde Schluss sein mit Bohrlärm, aber noch nicht mit dem Vorhaben.

Die nächsten Schritte

Wenn alle alten Rohre draußen sind, würden die neuen Druckfilter und Brunnenfilterrohre eingebaut, abgedeckt mit Filterkies. Danach werde die elektrische Pumpe und die Entsäuerungsanlage installiert. Diese Anlage, so der Hydrogeologe, bringe das schwach-saure Grundwasser nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung mit Kalksteinkies in einen neutralen ph-Wertbereich. Das Wasser stamme aus dem Kaufunger Wald und sei sehr rein.

Im letzten Schritt werde das Gebäude wieder verschlossen. Außerdem, so Jens Steinhoff, Technischer Leiter der VHM, würden die Grünanlage einschließlich des Brunnens wieder hergerichtet. Im April 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, in die dieVersorgungsbetriebe eine sechsstellige Summe investieren. (kri)

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