Trotz 2G-Regelung

Corona: Nächster Weihnachtsmarkt in der Region abgesagt

Der Weihnachtsmarkt Hann. Münden sollte 2021 erstmals in den Wallanlagen stattfinden,  jetzt wurde er wegen der Corona-Lage abgesagt.
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Der Weihnachtsmarkt Hann. Münden sollte 2021 erstmals in den Wallanlagen stattfinden, jetzt wurde er wegen der Corona-Lage abgesagt.

Wegen der drastischen Fallzahlen und der neuen Corona-Verordnung wurde jetzt kurzfristig ein weiterer Weihnachtsmarkt in der Region abgesagt.

Hann. Münden - Der Weihnachtsmarkt in Hann. Münden ist abgesagt. Er sollte am Freitag (26.11.2021) in den Wallanlagen eröffnet werden. Grund für die Absage sind die steigende Hospitalisierungsrate und die Inzidenz im Landkreis Göttingen sowie die neue Coronaverordnung, informiert die Hann. Münden Marketing GmbH, die die Veranstaltung organisiert.

„In Absprache mit der Verwaltung und kleineren Anbietern wird aktuell geprüft, ob ein noch weiter entzerrter Aufbau einzelner Stände in der Altstadt möglich ist“, ist der Mitteilung zu entnehmen. Der Veranstalter habe bis zuletzt gehofft, Betreibern, Geschäftsinhabern und Gästen einen Weihnachtsmarkt ermöglichen zu können, „um etwas Licht in der dunklen Zeit zu sehen“, so Matthias Biroth.

Weihnachtsmarkt in Hann. Münden abgesagt: Absprache mit den Standbetreibern

Die Absage erfolge in Absprache mit den Standbetreibern, nachdem am Mittwoch eine neue Coronaverordnung in Kraft getreten ist. Demnach wäre der Besuch des Weihnachtsmarkts bei Corona-Warnstufe 2 nur mit Maskenpflicht sowie Testpflicht für Genesene und Geimpfte möglich gewesen (Einlass mit 2-G-plus-Regel). „Wir sind uns sicher, dass unter den aktuellen Entwicklungen die Zahlen so schnell steigen werden, dass vermutlich alle Märkte in naher Zukunft abgesagt oder so stark reglementiert werden, dass niemand mehr kommt. Ich müsste jedoch Ware im Wert von mehreren tausend Euro bestellen, die dann verloren wäre“, wird Dieter Piepenschneider, Betreiber eines Glühweinstandes auf dem Markt in der Mitteilung zitiert. Guido Eichbaum, Betreiber mehrerer Stände: „Alleine der Personalaufwand wäre enorm. Zumal wir auch hinter dem Spuckschutz noch eine Maske tragen müssen und das bei der Luft, die im Imbiss sowieso schon vorherrscht.“

Der Lichterzauber ist von der Absage nicht betroffen. Der Lichterzauber ist von der Absage nicht betroffen. Er soll heute um 17 Uhr auf dem Kirchplatz eröffnet werden. Nach einer Ansprache des Dr. Eisenbarth-Darstellers führen Stelzenläufer zu den verschiedenen Standorten in der Innenstadt, an denen bis Ende Januar Lichtinstallationen zu sehen sein werden. Die Geschäfte haben bis 20 Uhr geöffnet und bieten kleine Aktionen anlässlich des Starts an. Den Lichterzauber gibt es in Hann. Münden seit 2020. 

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Der Weihnachtsmarkt sollte 2021 erstmals in den Wallanlagen in Hann. Münden stattfinden. Der Aufbau hatte schon im November begonnen. Diese Neuerung war von den Bürgern und Politik gemischt aufgenommen worden, einige freuten sich über die Änderung, andere sorgten sich um negative Auswirkungen auf die Grünanlage.

In Kassel ist der Weihnachtsmarkt bereits eröffnet worden. Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen hat die Stadt Kassel die Maßnahmen auf dem Weihnachtsmarkt jedoch verschärft. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Göttingen gelten strenge Corona-Regeln.

Reaktionen auf die Absage des Weihnachtsmarkts in Hann. Münden

Der Weihnachtsmarkt war mit Eintritt für Genesene und Getestete (2G-Regel) und Maskenpflicht geplant, erklärt Matthias Biroth von der veranstaltenden Hann. Münden Marketing GmbH. Besucher hätten am Markt und in der Stadt ein 2G-Bändchen erhalten und dieses an den Ständen für eine Bewirtung vorzeigen müssen. Der Markt wäre jedoch nicht eingezäunt und somit allgemein zugänglich gewesen. Das Hygienekonzept sei vom Landkreis Göttingen genehmigt gewesen. Seit Mittwoch gilt jedoch eine neue Coronaverordnung, die bei steigenden Zahlen einen Coronatest für alle Besucher erforderlich gemacht hätte (2Gplus-Regel).

Die Veranstalter und Standbetreiber gehen laut Biroth davon aus, dass die Infektionszahlen steigen und die damit verbundenen strengeren Kontrollen zu weniger Besuchern führen würden. Vom Göttinger Weihnachtsmarkt sei bereits unter aktuellen Bedingungen zu hören, dass sich der Betrieb aufgrund der wenigen Besucher kaum lohnen würde. So habe man sich für die Absage in Hann. Münden ausgesprochen, um das Verlustgeschäft für die Standbetreiber zu minimieren. Der neue Standort in den Wallanlagen wurde in Hann. Münden stark diskutiert. Im Frühjahr soll es deshalb Gespräche zwischen Politik, Verwaltung und Standbetreibern geben, um die Standortfrage für den Weihnachtsmarkt 2022 frühzeitig zu klären.

„Es wäre ein wunderschöner Weihnachtsmarkt geworden“

Auf ein positives Echo war das neue Weihnachtsmarktkonzept in den Reihen der Gastronomen getroffen. „Es wäre ein wunderschöner Weihnachtsmarkt geworden, der auch mit Kassel und Goslar hätte konkurrieren können“, sagte Guido Einecke, Mündener Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Er hoffe, dass die Stadt an dem Konzept für den Weihnachtsmarkt in den Wallanlagen festhalte und er im nächsten Jahr realisiert werden könne.

Einecke geht davon aus, dass ab Dienstag die zweite Warnstufe gilt und 2Gplus. Das heißt, dass von Gimpften und Genesenen auch ein negativer Coronatest vorgelegt werden muss. Es sei eine Tragödie, dass die Zahlen so nach oben schießen und dass die Coronaverordnungen so sind, dass man praktikabel keinen Weihnachtsmarkt betreiben könne und „wirtschaftlich schon gar nicht“, sagt Einecke. Mit der nächsten Warnstufe und 2Gplus stehe auch die Gastronomie vor neuen Problemen. In den Dörfern gebe es keine Testzentren, und dort wo es welche gebe, würden die Tests zunehmend knapp. Es sei fürchterlich wieder in eine Situation wie vor einem Jahr zu kommen. Die Politik habe nichts dazu gelernt.

Absage des Weihnachtsmarkts in Hann. Münden : Bürgermeister sehr besorgt über Corona-Lage

„Aufgrund der aktuell immer weiter steigenden Infektionszahlen und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger ist es notwendig, Kontakte soweit wie nur möglich zu vermeiden. Daher ist es die richtige Entscheidung, den Weihnachtsmarkt abzusagen“, sagt Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg. Zudem sei damit zu rechnen, dass die Zahlen weiter steigen und weitere Verschärfungen eine Durchführung nicht mehr ermöglichen würden, so Dannenberg. Aufgrund der aktuell permanent steigenden Inzidenzwerte im Landkreis und auch in Hann. Münden sei er als Bürgermeister sehr besorgt.

„Ich empfehle allen bisher noch nicht geimpften Bürgerinnen und Bürgern, für die eine Corona-Impfung medizinisch möglich ist, diese Impfung schnellstmöglich für sich und ihre Familie in Anspruch zu nehmen“, betonte Dannenberg. Wer sich gegen das Coronavirus impfen lasse, schütze sich, die eigene Familie, Freunde sowie die Gemeinschaft vor einem eventuell schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf und helfe, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Für die bevorstehende Weihnachtszeit mit vielen Menschen auf den Plätzen und in/bei Veranstaltungen in unseren Städten und Dörfern gilt meine Bitte, dass wir alle auf die zusätzlichen persönlichen Schutzmaßnahmen (AHA-Regeln) achten und diese auch konsequent einhalten“, so Dannenberg. (Kim Henneking)

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