FRAGEN UND ANTWORTEN Weihnachtsmarkt in den Wallanlagen

Weihnachtsmarkt in Hann. Münden: Biroth von HMM äußert sich

Wallanlagen in Hann. Münden: Hier soll der Weihnachtsmarkt entstehen. Erste Buden wurden bereits aufgebaut.
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Wallanlagen in Hann. Münden: Hier soll der Weihnachtsmarkt entstehen. Erste Buden wurden bereits aufgebaut.

Die Diskussion um den Weihnachtsmarkt entzweit die Einwohner von Hann. Münden. Nach der Kritik am Konzept in den Wallanlagen äußert sich nun Matthias Biroth von Hann. Münden Marketing.

Hann. Münden – Wie geht es weiter mit dem Weihnachtsmarkt in den Hann. Mündener Wallanlagen? Wir haben mit Tourismusmanager Matthias Biroth von der Hann. Münden Marketing GmbH (HMM) gesprochen. Fragen und Antworten.

Wie geht es weiter mit dem Weihnachtsmarkt?

Aktuell planen wir weiter mit einem Winterzaubermarkt in den Wallanlagen. Vorbehaltlich der neuen Corona Verordnung, welche ab dem 11. November gelten soll sowie möglichen Auflagen durch steigende Inzidenzen oder Anordnungen diesbezüglich.

Kritiker befürchten Schäden für die Wallanlagen durch den Aufbau. Was sagen Sie dazu?

Matthias Biroth: Tourismusmanager bei Hann. Münden Marketing.

Auf der einen Seite gibt es Kritiker, welche die Baumaßnahmen anlässlich des Lichterzaubers als Ursache für ein mögliches Baumsterben anführen. Vor diesen Arbeiten haben jedoch meines Wissens nach ausführlichen Gespräche zwischen dem Auftraggebenden und dem Flächeninhaber in Form der Kommunalen Dienste stattgefunden, in welchen insbesondere wurzelschonende und minimalinvasive Arbeiten abgesprochen wurden. Dies wurde dann meines Wissens nach von der ausführenden Firma unter Berücksichtigung der notwendigen DIN-Normen fachgerecht abgearbeitet.

Was ist mit Müll, zertrampelten Wiesen und „Wildpinklern“?

Der aktuelle Aufbauplan sieht vor, dass die Stände entlang der Wege gestellt und Figuren näher an die Wege herangerückt werden, um ein Betreten der Wiesen zu vermeiden. Ebenso werden Hinweisschilder darüber angebracht werden. An Stellen, an denen ein Betreten überhaupt nicht zu vermeiden ist, soll der Boden mit einem durchlässigen Vlies ausgelegt und mit Rindenmulch/Hackschnitzeln bestreut werden. Durch das Vlies kann das dann wieder rückstandslos beseitigt werden nach dem Markt. Einen Teil der Stände haben wir in der neuen Planung von den Wiesen runter auf das gepflasterte Rondell neben der Wilhelmsstraße positioniert.

Auch die Anfahrtswege wurden mit den größeren Standbetreibern mit eigenen Hütten besprochen, um einen möglichst kurzen und schonenden Weg zu wählen. So werden zum Beispiel die Kühlwagen nach Möglichkeit auf Bohlen abgestellt und erst vor Ort beladen, sodass die Wiese bei der Anfahrt überhaupt nicht beschädigt wird. Wo es nur möglich ist, wird die Belieferung der Stände nur an den Rand der Wallanlagen auf den befestigen Wegen erlaubt sein. Gleichzeitig gibt es ein vertraglich vereinbartes Verbot von Einwegplastik. Trotzdem werden Mülleimer an verschiedenen Stellen aufgestellt werden, um eine Verdreckung der Wallanlagen zu verhindern. Wie in den vergangenen Jahren wird für die Notdurft mit einem Toilettenwagen gearbeitet werden. Für eine zukünftige und nachhaltige Entwicklung wäre die Reaktivierung der Toiletten am Kronenturm natürlich wünschenswert. Dies kann in diesem Jahr allerdings noch nicht umgesetzt werden.

Das Projekt „Grün-blauer Ring“ sieht vor, Grünflächen zu schützen. Sehen Sie keine Gefährdung durch die Nutzung des Walls für den Weihnachtsmarkt?

Am wichtigsten ist die folgende Aussage der Projektskizze: „Der Rahmenplan sieht Maßnahmen für die verschiedenen Teilbereiche vor, zur Verbesserung der ökologischen und klimatischen Funktionen, Gestaltung und Nutzbarkeit. Dazu gehört der Entwurf einer Zonierung, die Retentionsflächen mit vorsieht, Pflanzungen, Wegeführung und Beläge, Möblierung und unterschiedliche Nutzungen auf einer konzeptionellen Ebene verortet“Die zeitweise Nutzung dieser Flächen für eine Veranstaltung widerspricht aus diesem Grund also meiner Meinung nach nicht dem Förderprojekt, sondern kann und sollte Teil des Ganzen sein.

Das Krokodil vor dem Glühweinstand. Dieser Stand gehört auch zum Konzept des Weihnachtsmarktes in den Wallanlagen in Hann. Münden.

Zudem möchte ich kurz daran erinnern, dass sich 2014 „der Ausschuss gegen die Variante, den Wall als Naturdenkmal oder „geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen, (entschlossen hat). Zuständig wäre dafür der Landkreis Göttingen als untere Naturschutzbehörde gewesen. Die Verwaltung wies in der Sitzung darauf hin, dass dies für den Wall nicht durchsetzbar sei, das hätten Vorgespräche mit dem Landkreis Göttingen ergeben. Zudem müsse bedacht werden, dass damit der Naturschutz dort oberste Priorität bekommen würde. Es sei aber ja gewollt, dass das Areal nutzbar sein soll.“ So besagt auch der Ratsbeschluss von 2014, dass die Wallanlagen gepflegt, erhalten und belebt werden sollen. Zumal (wie der ehemalige Musikpavillon belegt) die Wallanlagen bereits früher Veranstaltungsort waren. (Thomas Schlenz)

Der Umweltbeauftragte der Stadt Hann. Münden kritisierte die Idee, den Markt in den Wallanlagen abzuhalten, scharf.

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