Der Weiße Ring ist zur Stelle: 50 Mal Hilfe für Einbruchsopfer

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Einbrecher unterwegs: Wenn sie zuschlagen, tragen viele Opfer auch Traumatisierungen davon, leiden noch lange unter Angstzuständen. Der Weiße Ring unterstützt Opfer von Gewalttaten.

Altkreis Münden. In den letzten Wochen haben im Altkreis Münden immer wieder Einbrecher zugeschlagen. Sie lieben die dunkle Jahreszeit.

Die frühe Dämmerung, wenn viele Berufstätige noch an der Arbeit sind, bietet ihnen ideale Bedingungen. Aber sie schlagen auch am Tag zu, wie das jüngste Beispiel aus Hann. Münden zeigt. Opfer von Einbrüchen erleiden nicht nur materielle Einbußen, sondern müssen oft auch mit seelischen Folgen fertig werden.

Kein Vergessen 

„Man vergisst das nie“, sagt ein 53-Jähriger aus Staufenberg, dessen Haus innerhalb von zwei Jahren zwei Mal das Ziel von Einbrechern war. „Wenn ich nach Hause komme und höre nur das geringste Geräusch, schaue ich gleich nach, ob da etwas ist.“

Schon nach dem ersten Mal hat er sein Haus zusätzlich gesichert und Bewegungsmelder auf dem Grundstück aufgestellt. Dennoch fanden zwei Jahre später Einbrecher wieder eine Möglichkeit, in sein Haus zu gelangen.

Gemeinnütziger Verein 

Um das Haus einbruchsicher zu machen, hält die Kriminalpolizei Tipps bereit, aber wer darüber hinaus Beratung und Hilfe, auch finanzieller Art, braucht, kann sich unter anderem an den Weißen Ring wenden, ein bundesweit agierender gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten, der auch eine Außenstelle in Göttingen unterhält.

Rund 50 Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind, habe der Weiße Ring über seine Außenstelle in Göttingen im Landkreis im vergangenen Jahr betreut, sagte Außenstellenleiter Steffen Hörning (54). Der Göttinger Opferanwalt hat das Ehrenamt vor zwei Jahren übernommen. Die Göttinger Außenstelle ist auch zuständig für Hann. Münden, Staufenberg und Dransfeld.

In den vergangenen beiden Jahren hat der Weiße Ring im Altkreis jeweils in fünf bis sechs Fällen geholfen. 2014 war darunter auch die 72-jährige Rentnerin, die in Münden Opfer eines brutalen Raubüberfalls in ihrem Haus geworden und an den Folgen fast gestorben war (der Täter hatte sie stranguliert).

Die meisten Opfer, die der Weiße Ring in der Region betreut hat, sind Opfer von schweren Straftaten wie sexueller und häuslicher Gewalt und Körperverletzungen. Aber auch Menschen, die nach Einbrüchen traumatisiert sind, haben Hilfe erhalten. (ems)

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