Auf acht Jahre gewählt 

Neuer Landkreis Göttingen: Wemheuer und Riethig an Spitze 

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Glückwunsch nach der Wahl: Das Foto zeigt Landrat Bernhard Reuter (SPD) (dritter von links) zusammen mit dem stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden Dieter Thriene (CDU), stellvertretendem Landrat Dr. Andreas Philippi (SPD), stellvertretender Landrätin Maria Gerl-Plein (Bündnis 90/Die Grünen), stellvertretendem Landrat Lothar Koch (CDU), der stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden Andrea Obergöker (Bündnis 90/Die Grünen) und Kreistagsvorsitzendem Harald Grahovac (SPD) (von links). 

Landkreis Göttingen. Kreistag Göttingen wählte die Grüne und den Sozialdemokraten zu Dezernenten, sein Präsidium und die stellvertretenden Landräte

Christel Wemheuer (Bündnis 90/Die Grünen) und Marcel Riethig (SPD) wurden am Donnerstagabend vom Göttinger Kreistag mit großer Mehrheit zu hauptamtlichen Dezernenten des Landkreises Göttingen gewählt. Die 60-jährige Christel Wemheuer wurde bei einer Nein-Stimme und fünf Enthaltungen zur Ersten Kreisrätin gewählt, der 33 Jahre alte Marcel Riethig bei sieben Nein-Stimmen zum Kreisrat.

Sie sind auf acht Jahre gewählt. Die Wahl war durch die Gründung des neuen Landkreises Göttingen notwendig geworden.

Riethig erhielt die Gegenstimmen von der Gruppe Die Linke/Piratenpartei/Die Partei sowie von den fraktionslosen Abgeordneten Hans-Georg Schwedhelm, der dem Linksbündnis angehört, und Philipp Göthel. Der parteilose Göthel war auf der AfD-Liste in den Kreistag gewählt worden, von der AfD-Kreistagsfraktion aber nicht aufgenommen worden. Grund: Die Fraktion hat sich von ihm distanziert, weil er in die Neonazi- und Hooligan-Szene Nordhausen verstrickt gewesen sein soll. Bei der Wahl Wemheuers hatte Göthel mit Nein gestimmt, das Linksbündnis hatte sich mehrheitlich der Stimme enthalten.

Marcel Riethig

Es wird künftig eine dritte Dezernentenstelle in der Kreisverwaltung geben. Das Parlament beschloss, die Position öffentlich auszuschreiben. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Harald Noack bestätigte gegenüber der HNA auf Anfrage, dass die CDU-Fraktion die Bürgermeisterin der Samtgemeinde Gieboldehausen, Marlies Dornieden (CDU), aufgefordert hat, sich um diese Stelle zu bewerben.  

Das politische Geschäft kennt SPD-Mann Harald Grahovac durch seine langjährige Tätigkeit als Bürgermeister von Rosdorf. Jetzt wird der 63-jährige Pensionär an vorderster Stelle eine neue ehrenamtliche Aufgabe übernehmen: Der Kreistag wählte Grahovac ohne Gegenstimme zum Parlamentsvorsitzenden.

Ein erfahrener Kreistagsabgeordneter steht ihm mit Dieter Thriene zur Seite. Der Christdemokrat aus Duderstadt war schon im vorigen Kreistag Vizevorsitzender und bekleidet das Amt auch im neugewählten Gremium. Der Kreistag wählte ihn ohne Gegenstimme in das Amt. Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis wurde die Grünen-Abgeordnete Andrea Obergöker zur Vize-Kreistagsvorsitzenden gewählt. Die Rechtsanwältin aus Rosdorf ist neu im Kreistag.

Auch in der Riege der stellvertretenden Landräte, die ihre Aufgabe ebenfalls ehrenamtlich wahrnehmen, gibt es bekannte Gesichter. Ohne Gegenstimme wurden der Sozialdemokrat Dr. Andreas Philippi, der CDU-Abgeordnete Lothar Koch und die Grünen-Politikerin Maria-Gerl Plein gewählt. Die Göttingerin Maria Gerl-Plein, von Beruf Dozentin, und der Landtagsabgeordnete und studierte Pädagoge Lothar Koch aus Duderstadt waren schon im vorigen Kreistag stellvertretende Landräte. Neu hinzugekommen ist durch die Kreisfusion der 51-jährige Facharzt Dr. Andreas Philippi aus Herzberg.

Christel Wemheuer

Als Alterspräsident hatte der 77-jährige Lothar Koch die Sitzung eröffnet und auf zwei Ereignisse hingewiesen - den 70. Geburtstag Niedersachsens und die Gründung des neuen großen Landkreises Göttingen. Auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs sei Niedersachsen aufgebaut worden und „es war eine Erfolgsgeschichte“, sagte Koch. Der freiwillige Zusammenschluss der beiden Kreise Göttingen und Osterode habe landesweit Beachtung gefunden.          

Landrat Bernhard Reuter (SPD) nannte drei Ziele für die nächsten fünf Jahre:

• Bei der Infrastruktur aufschließen zu anderen Landesteilen;

• Klimaschutz, Energie und Mobilität voranbringen. Ziel sei, die Elektromobilität so weit auszubauen, dass sich in fünf Jahren die Modellprojekte in dem Bereich wirtschaftlich selbst tragen.

• Im Sozialbereich wegkommen vom Reparaturbetrieb zur vorsorgenden Politik. Ziel sei, in fünf Jahren die Kostensteigerungen im Sozialbereich in den Griff zu bekommen. 

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