Landwirtschaft

Weniger Pommes durch Corona im Altkreis Münden

Eine rote Erntemaschine entleert Kartoffeln in einen Anhänger
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Im Altkreis fahren gerade die Erntemaschinen über die Felder.

Niedersachsen baut auf 123 349 Hektar Land Kartoffeln an. Die meisten für die Direktvermarktung, wie in Hilwartshausen. Damit ist es das Kartoffelland Nummer Eins.

Mit den letzten warmen Herbsttagen ist auch die Kartoffelernte in der Region zu Ende gegangen. Auch wenn Südniedersachsen mit seinen tendenziell eher schweren Böden weniger prädestiniert ist für den Kartoffelanbau wie beispielsweise die Region Burgdorf, die Lüneburger Heide oder das Rheinland, bauen doch etliche Landwirte die stärkehaltige Knolle an – vor allem für die Direktvermarktung, wie hier für „Rüdigers Kartoffelhütte“ am Klostergut Hilwartshausen.

Die kontinuierliche Nachfrage der deutschen Verbraucher nach regionalen Lebensmitteln mache sich nach Angaben des Landvolks Niedersachsen in Hannover auch beim Kartoffelabsatz bemerkbar. „Die Discounter bieten mittlerweile fast ganzjährig deutsche Kartoffeln an“, sagt sich Landvolk-Vizepräsident Dr. Holger Hennies. Auch in der Direktvermarktung sei der Absatz im Moment zehn bis 20 Prozent höher als in den Vorjahren.

Kartoffeln im Altkreis Münden: Regionale Lebensmittel liegen vorn

Im Sommer sei die Steigerung sogar noch deutlicher spürbar gewesen, meint Hennies, der seine Kartoffeln ebenfalls im Hofladen verkauft.

„Die Menschen kaufen gerne Lebensmittel aus ihrer Nachbarschaft“, blickt er optimistisch auf diese kontinuierliche Entwicklung, die durch Corona verstärkt wurde. Im Angebot hätten die Landwirte aus Niedersachsen dieses Jahr beste Qualitäten in ausreichender Anzahl. „Die Ernte fällt etwas besser aus als normal“, schätzt Hennies. Je nachdem wie gut die Wasserversorgung an den einzelnen Standorten war, holen die Bauern zwar sehr unterschiedliche Mengen der leckeren Knollen aus dem Boden, insgesamt gäbe es jedoch genug Kartoffeln in sehr guter Qualität.

Das trockene Erntewetter sorgte für gute Rodebedingungen und erleichtere den Landwirten, die direkt auf dem Kartoffelroder Steine, Erde und grüne oder beschädigte Feldfrüchte aussortieren, die Arbeit. Lediglich die Hitzewelle im August könnte sich eventuell negativ auf die langfristige Lagerfähigkeit auswirken. Viele Landwirte lagern ihre Kartoffeln deshalb in klimatisierten Lagerhallen in Kisten, um dem Verbraucher das ganze Jahr über Erdäpfel in erstklassiger Qualität anbieten zu können.

Kartoffeln im Altkreis Münden: Pommes-Nachfrage durch Corona gesunken

Insgesamt wachsen nach Angaben des Landesamtes für Statistik dieses Jahr in Niedersachsen auf 123 349 Hektar Kartoffeln der unterschiedlichsten Sorten. Damit ist das Land Niedersachsen mit 45 Prozent der deutschen Anbaufläche das Kartoffelland Nummer Eins, gefolgt von Bayern mit 15 Prozent. Von weltweit 5.000 Kartoffelsorten sind in Deutschland etwa 250 Sorten für den Anbau zugelassen.

Neben den festkochenden Sorten, die sich als Salzkartoffeln oder für den Kartoffelsalat zum Grillen eignen, gibt es auch Sorten für Kartoffelbrei oder Suppe und spezielle Sorten für die Herstellung von Chips oder Pommes.

Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Pommes allerdings dieses Jahr stark zurückgegangen. Die gestiegene Nachfrage nach Pommes in den Supermärkten konnte den Absatzrückgang aus dem Hotel-, Restaurant- und Catering-Sektor bislang kaum ausgleichen. Von Christian Mühlhausen

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