Hessen will nicht mehr alleine aufkommen

Wer zahlt für Weser-Fähre bei Hemeln und Veckerhagen?

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Die Fähre bei Hemeln: Das Land Hessen will künftig nicht mehr allein für die Kosten aufkommen. 

Der Betrieb der Weserfähre zwischen Hemeln und Veckerhagen wird neu vergeben. Zudem müsse in den nächsten Jahren eine neue Fähre angeschafft werden, teilt der Landkreis mit.

Bislang habe das Land Hessen die Kosten für Fähre und Betrieb allein übernommen. Da auch Fahrgäste aus Niedersachsen von der Fähre profitieren, erwarte das Land Hessen nun eine Übernahme der Kosten zur Hälfte durch die niedersächsische Seite, erklärt Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises Göttingen.

Das Land Niedersachsen sehe nun die Zuständigkeit beim Landkreis Göttingen, weil in Hemeln eine Kreisstraße bis an die Weserfähre reicht. Deshalb prüfe der Landkreis, inwieweit Kosten aufgeteilt werden könnten. Die jährlichen Unterhaltungsgebühren schätze der Landkreis auf 5000 Euro, so Lottmann weiter.

Die Kosten für den künftigen Ausbau der Rampen sind unklar

Bei Investitionen wie der Neuanschaffung einer Fähre oder einem Ausbau der Zufahrtsrampe wolle sich aber das Land über eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG-Förderung) zu 75 Prozent an den Kosten beteiligen. 

Zur Frage, wer für die Straße zur Fähre zuständig sei, erklärte Lottmann: „Auf beiden Seiten führen Kreisstraßen bis an das Weserufer. Die Rampen waren bisher auf niedersächsischer Seite nicht Bestandteil der Straße.“ Bei einer Neuordnung der Zuständigkeiten müsse das geregelt werden. 

Wie hoch die Kosten für einen möglicherweise nötigen, künftigen Ausbau der Rampen seien, sei aber noch nicht klar.

Beide Bundesländer befinden sich im Austausch

Harald Merz vom Regierungspräsidium Kassel teilt mit, dass die Gesamtkosten der vergangenen 20 Jahre inklusive der Anschaffung einer neuen Fähre im Jahr 2000 bei einer mittleren sechsstelligen Summe gelegen hätten. Die Fähre selbst habe 177 000 Euro gekostet.

Eine Privatisierung sei seit 2009 angedacht gewesen, aber an Auflagen gescheitert. Aktuell würden sich beide Bundesländer austauschen, um eine gleichmäßigere Kostenaufteilung zwischen den Ländern zu erreichen, erklärte Harald Merz.

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