Schätze im Museum

Werke aus der Fayence-Manufaktur sind im Museum im Mündener Welfenschloss zu sehen

Aus der Zeit um 1790: In der mittleren Ebene des Städtischen Museums im Welfenschloss in Hann. Münden sind prachtvolle Netzvasen zu finden.
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Aus der Zeit um 1790: In der mittleren Ebene des Städtischen Museums im Welfenschloss in Hann. Münden sind prachtvolle Netzvasen zu finden.

Im Städtischen Museum im Welfenschloss in Hann. Münden gibt es aufwendig verziertes Kunsthandwerk aus der Fayence-Manufaktur zu entdecken. Diese Stücke sind mit einer besonderen Kennzeichnung markiert.

Hann. Münden – Die Mündener Fayence-Manufaktur, die Carl Friedrich von Hanstein im Jahr 1754 gründete, war eine 100 Jahre lang bestehende Manufaktur für Fayencen, also für kunsthandwerklich hergestellte Keramik, die als Vorläufer des Porzellans gilt. Als umfangreichste Sammlung von Stücken aus dieser Manufaktur gilt die Dauerausstellung im Städtischen Museum im Welfenschloss in Hann. Münden, in der sich auch wertvolle Leihgaben, beispielsweise von der Sparkasse Münden, befinden. Aufwendig verziertes Tafelgeschirr und Suppenterrinen, kostbare Netzvasen, Bierhumpen, die mit Trinksprüchen versehen wurden, und bemalte Tierdosen und Tierfiguren werden dort gezeigt.

An der Bodenmarke, die auch als Handelsmarke, Keramikmarke oder Porzellanmarke bezeichnet wird, lässt sich die Herkunft der Ausstellungsstücke bestimmen. So zeigt die Bodenmarke der Mündener Fayence-Manufaktur drei abnehmende Monde in Anlehnung an das Stammwappen der Familie von Hanstein, die dem Buchstaben „C“ ähneln. Der mittlere Sichelmond ist dabei nach unten versetzt.

Deckelterrine: Die Fayence entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Mündener Fayence-Manufaktur, was die Boden- und die Deckelmarke belegen.

Eine Kennzeichnung auf der Unterseite durch den Hersteller ist bereits bei römischer Kunst und chinesischem Porzellan bekannt. Ab 1720 findet man den Markenhinweis in Europa. Bis 1810 wurde er mit dem Pinsel und blauer Farbe unter der Glasur aufgetragen (Pinselmarke). Später kamen dann Gummistempel und grüne Farbe zum Einsatz. In der Anfangszeit wurden die in Münden hergestellten Fayencen mit Unterglasurfarben bemalt.

Sie ermöglichten ein Dekor in den Farbtönen Manganviolett bis Mattgrün sowie in zarten Blau- und Gelbtönen. Mit den Aufglasurfarben, die auch Muffelfarben genannt werden, wurde die Farbgestaltung ab 1770 dann intensiver und vielseitiger. Die Arbeiten im Städtischen Museum sind aufwendig bemalt, oftmals mit Blumenmotiven. Die Netzvasen zeigen dabei eine Besonderheit: An jedem Kreuzungspunkt des Netzes befindet sich eine Vergissmeinnicht-Blüte. Sie besteht aus sechs blauen Blütenblättern um einen gelben Mittelpunkt herum.

Besuch des Städtischen Museums im Hann. Mündener Welfenschloss mit 2G-Nachweis möglich

Der Besuch des Museums ist unter Berücksichtigung der 2G-Plus-Regeln ohne Voranmeldung möglich. Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren brauchen keinen 2G-Plus-Nachweis. Volljährige Besucher benötigen (gemäß der aktuellen Corona-Allgemeinverfügung für Niedersachsen) für den Einlass einen 2G-Nachweis (schriftlich oder digital), ein Ausweisdokument zum Abgleich der Daten, einen tagesaktuellen Testnachweis sowie eine FFP2-Maske. Kinder unter 6 Jahren sind von der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ausgenommen. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren benötigen eine sogenannte Alltags-Mund-Nasen-Bedeckung.

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 0 55 41/75 202 und 75 348, öffnet vor der Winterpause nur noch am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Dezember, sowie am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Dezember 2021, jeweils von 13 bis 16 Uhr.

Der Eintritt für Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist frei, für alle darüber kostet er 1,50 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 3,50 Euro, die Familienkarte kostet 8 Euro. (Bettina Wienecke). Infos gibt es auf der Internetseite der Stadt Hann. Münden.

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