Auf und in der Werra

Selbstversuch: HNA-Volontär fährt Wasserski

Hann. Münden. HNA-Volontär Florian Künemund ist Wasserski mit dem WMC Hann. Münden gefahren. Wie er sich geschlagen hat, lesen Sie hier.

Beine anziehen, Balance finden und Arme ausstrecken. Dann langsam aufrichten und die Kraft der Beinmuskulatur nutzen. So sieht ein Start beim Wasserski im Idealfall aus. Bei mir mutet das im Selbstversuch wohl nicht ganz so elegant an, doch ich schaffe es auf der Werra bei Hann. Münden beim ersten Mal ohne Sturz - auch dank einer Trocken-Übung vorab auf dem Bootssteg mit Ralf Jäger, Vorsitzender des Wasserskivereins WMC Hann. Münden.

Nach dem geglückten Einstand fahre ich von einem Motorboot gezogen, mit dem ich per Seil verbunden mit, zwei Kilometer die Werra hinab. Der Wind bläst mir ins Gesicht, das Wasser spritzt in alle Richtungen. Ich bin angestrengt. Denn auch während der Fahrt ist es wichtig, Körperspannung zu halten, um nicht zu stürzen. Der Rücken muss gerade sein, die Arme stets ausgestreckt und die Beine ganz leicht angewinkelt, um auf Wellen mit Gewichtsverlagerungen flexibel reagieren zu können.

Das Gefühl, über das Wasser zu gleiten und die Geschwindigkeit am ganzen Körper von zirka 30 Kilometern pro Stunde zu spüren, ist aber atemberaubend und die Anstrengung wert.

Im Kielwasser - also zwischen den Wellen, die das Boot links und rechts hinter sich wirft - komme ich gut zurecht. Doch dann erwartet mich eine echte Prüfung: das Fahren einer Kurve bei der Kehrtwende. „Immer im Kielwasser bleiben und mit Gewichtsverlagerung arbeiten“, rät Ralf Jäger.

Das klappt, bis wir wenden und ich über die Wellen fahre, die beim Umkehren entstanden sind. Bei einer hebt sich mein rechter Ski ab, ich verliere das Gleichgewicht und stürze. „Halb so schlimm“, denke ich mir und tauche dann auch nochmal beim erneuten Start unfreiwillig ins Werrawasser ab. Danach komme ich wieder auf die Skier und falle nur noch ein weiteres Mal in einer Kurve hin, bevor ich den Bogen raushabe, wie ich die Wellen bewältige.

Meine Finger und Handflächen schmerzen vom teils verkrampften Festklammern am Haltegriff mittlerweile schon etwas. Die Beine wirken schwerer.

Einer Aufgabe stelle ich mich jedoch noch: einmal aus dem Kielwasser über eine Welle der Bootsspur ins offene Wasser fahren. Das bringt mir noch einen Sturz ein, doch beim zweiten Versuch gelingt es. Dort ist das Wasser ruhiger, wenn man erstmal hingelangt ist.

Nach meinem ersten Wasserski-Erlebnis will ich erst einmal durchatmen, mich abtrocknen und die Ereignisse Revue passieren lassen. Doch dann folgt noch die traditionelle Taufe für jeden Anfänger in der Sportart. Ralf Jäger und Hagen Klie vom WMC Hann. Münden packen mich an Schultern und Füßen und werfen mich ins Wasser. Das war aber wirklich der letzte Sturz in den Fluss an diesem Tag.

Hintergrund:

Der WMC Hann. Münden ist der älteste noch aktive Wasserskiverein in Deutschland. Eine Jugendgruppe des Clubs wird regelmäßig trainiert, einiger ältere Mitglieder - darunter einst auf Bundesebene erfolgreiche Sportler - fahren auf der Werra bei Hann. Münden in Richtung Witzenhausen noch ab und an in ihrer Freizeit.

Im Wettkampf gibt es für Wasserskifahrer die Disziplinen Slalom, Springen und Tickski. Das Motorboot, das den Fahrer zieht, fährt beim Slalom beispielsweise zwischen 55 und 58 Kilometern pro Stunde. Der Wasserskifahrer hingegen erreicht durch das Fahren der Kurven eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Einen 260 Meter langer Parcours absolviert er binnen 17 Sekunden. „Ein bisschen sportlicher Ehrgeiz gehört schon dazu. Aber prinzipiell kann jeder mit ein bisschen Übung Wasserskifahren. Zudem macht es großen Spaß“, sagt Ralf Jäger, Vorsitzender des Vereins.

Wer Interesse an einem Probetraining hat, kann sich bei ihm unter Tel. 0172/5997946 oder Hannelore Muhl, Tel. 05541/988072, melden.

www.wmc-hannmuenden.de

Rubriklistenbild: © Marie Kaiser

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