Action im Wald

Wertholzversteigerung: Sahnestücke aus dem Wald bei Hann. Münden

Wertholzversteigerung am Lagerplatz Himmelsleiter: Am frühen Morgen kommt die Lieferung in Hedemünden an.
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Wertholzversteigerung am Lagerplatz Himmelsleiter: Am frühen Morgen kommt die Lieferung in Hedemünden an.

Wertholz erzieht auf dem Markt hohe Preise. Es wird an den verkauft, der am meisten bietet. Eine solche Versteigerung findet demnächst an der Himmelsleiter zwischen Hedemünden (Hann. Münden) und Meensen (Samtgemeinde Dransfeld) statt. Kunden aus ganz Deutschland bieten mit.

Meensen/Hedemünden – Fein säuberlich aufgereiht liegen sie am Wegrand, an der Himmelsleiter im Wald zwischen Meensen und Hedemünden. 230 Baumstämme, einer schöner als der andere. Und viel zu wertvoll, um sie gemeinsam mit allenfalls normalen Stämmen einer Einschlagsmaßnahme zu verkaufen. Die Waldbesitzer setzen daher seit vielen Jahren auf eine Versteigerung des Holzes, genauer gesagt:

Wertholz: Gebot muss schriftlich eingereicht werden

Auf eine Submission, bei der nicht meistbietend per mündlichen Gebot in einer Auktion, sondern per schriftlichen Meistgebot die Preise eingereicht werden.

Organisiert wird diese Submission von den Landesforsten Niedersachsen. Forstamtsleiter Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst inspiziert gemeinsam mit seiner Kollegin, Revierförsterin Svenja Schmidt von der Försterei Mollenfelde, das stattliche Holzlager. Wertvolle Baumstämme aus dem Süden Niedersachsens, von Landesforsten, Forstgenossenschaften und Kommunalwäldern, aus dem Weserbergland, Harz und Solling, sind hierher gebracht worden. Während das Nadelholz bereits vollständig angeliefert worden ist – vor allem 400 Festmeter Lärchenstämme, 38 Festmeter Douglasie und drei Festmeter Kiefer – und von Holzkäufern aus ganz Deutschland besichtigt wird, wird das mindestens ebenso stattliche Eichenholz noch antransportiert.

An einer mächtigen Douglasie aus dem Solling stehen Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst und Försterin Svenja Schmidt.

Vorbereitungen im Wald zwischen Hann. Münden und Dransfeld

Für Försterin Svenja Schmidt, in deren Revier sich der Wertholzlagerplatz befindet, bedeutet dieser ein großes Stück Arbeit, nahezu täglich ist sie derzeit dort. Schon im Herbst sind die Wegeseitenränder gemulcht worden und die quer liegenden Lagerhölzer platziert, auf denen die mächtigen Stämme einzeln gelegt werden. „Es ist wichtig, dass die Kaufinteressenten den Stamm von jeder Seite begutachten können“, sagt die junge Försterin.

Über eine erste Abfrage bei den Waldbesitzern ermittelt sie grob die voraussichtliche Holzmenge, seit dem 23. November und bis zum 8. Dezember wurde das Nadelholz angefahren. Die Gebote werden Ende Januar bei der Landesbetriebsleitung in Braunschweig geöffnet und dem Meistbietenden dann der Zuschlag erteilt. Sobald das Holz von den Käufern bezahlt ist, kann es abgefahren werden.

Wertholz: Stolze Preise für die „Sahnestücke“

Das vorherige Fällen und Herausziehen von Wertholz-Stämmen sowie der separate Transport kostet deutlich mehr, in etwa rechnet man mit 50 Euro Zusatzkosten pro Festmeter, bis das Holz auf dem Wertholzlagerplatz liegt. Doch der Aufwand lohnt sich: Mit Spitzenpreisen von bis zu 800 Euro pro Festmeter Lärchenholz liegt der Preis bei einem Vielfachen des normalen Verkaufs. Für Holzkäufer, die die zentrale Lage nahe der Autobahn 7 schätzen, hat die Versteigerung außerdem den Vorteil, dass sie sich hier mit größeren Mengen sehr hochwertiger Ware eindecken können.

Auch beim Eichenholz kann man von Sahnestücken sprechen, wenngleich die Top-Furniereichen auf einem anderen Wertholzlagerplatz kommen und auf der Himmelsleiter eher die hochwertigeren Sägequalitäten zum Kauf angeboten werden. Hier kommen Käufer aus ganz Deutschland, zudem aus dem Ausland wie Frankreich und Dänemark. Mitte Februar erfolgt die Gebotseröffnung.

Nachfrage trotz Corona-Krise groß

Trotz Corona sei die Nachfrage nach gutem Holz weiter hoch, sagt Forstamtsleiter Dr. Schmidt-Langenhorst, der Preise von bis zu 1000 Euro, im Schnitt 500 bis 600 Euro pro Festmeter Eiche erwartet. Es sei gelebte Nachhaltigkeit, dass man auch hier Jahr für Jahr auf diesen Lagerplätzen Wertholz anbiete, in den Wäldern würde dieses nur sukzessive genutzt, auch wenn mehr geerntet werden könne.

Doch was zeichnet Wertholz aus? Schmidt und Schmidt-Langenhorst treten an eine besonders schöne Lärche heran und erläutern, dass neben dem Durchmesser des Holzes auch die Form – möglichst walzenförmig – und die Qualität – möglichst ast- und beulenfrei – entscheidend sei. Dazu sollte der Jahrringaufbau möglichst gleichmäßig, der Kern zentral in der Stammmitte liegen. (Christian Mühlhausen)

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