Bauverein klagt – Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht

Baustart für die Weserbrücke in Hann. Münden weiter unklar

Die Weserbrücke in Hann. Münden ist baufällig und muss abgerissen werden. Die neue Brücke soll neben der bisherigen flussabwärts entstehen. Gegen diese Pläne klagt der Mündener Bauverein. Er befürchtet, dass der Verkehrslärm für die Mieter seines mehrstöckigen Hauses (rechts im Bild) deutlich zunehmen wird.
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Die Weserbrücke in Hann. Münden ist baufällig und muss abgerissen werden. Die neue Brücke soll neben der bisherigen flussabwärts entstehen. Gegen diese Pläne klagt der Mündener Bauverein. Er befürchtet, dass der Verkehrslärm für die Mieter seines mehrstöckigen Hauses (rechts im Bild) deutlich zunehmen wird.

Hann. Münden – Der Mündener Bauverein klagt vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht gegen die Pläne für den Neubau der Weserbrücke.

Der Baubeginn für die neue Weserbrücke in Hann. Münden ist weiterhin völlig unklar. Und ob sie so gebaut werden kann, wie die Straßenverkehrsbehörde des Landes Niedersachsen die Brücke geplant hat, ist ebenfalls noch nicht entschieden. Der Mündener Bauverein klagt vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht gegen das Projekt und noch gibt es keinen Termin für die Verhandlung.

Sie soll aber „noch dieses Jahr terminiert werden“, teilte gestern Richterin Gunhild Becker, Sprecherin des Gerichts, mit.

Der Bauverein befürchtet, dass der Verkehrslärm für die Mieter seines Hauses an der Veckerhäger Straße deutlich zunehmen wird, sollte die neue Brücke wie geplant neben der bisherigen flussabwärts errichtet werden. Das mehrstöckige Gebäude mit 20 Wohnungen steht in unmittelbarer Nachbarschaft. Die neue Brücke liege dann etwa 15 Meter näher an dem Haus als die bisherige, sagt Jörg Wieland, Geschäftsführer und hauptamtliches Vorstandsmitglied des Bauvereins.

Seit Anfang 2015 ist klar, dass die Brücke aus dem Jahr 1961 so baufällig ist, dass sie durch einen Neubau ersetzt werden muss. Im Juni 2017 setzte der Landkreis Göttingen das formale Planverfahren in Gang, und am 18. Oktober 2018 erging der Planfeststellungsbeschluss, gegen den im November 2018 der Bauverein dann Klage eingereicht hat.

Auf den Ausgang des Verfahrens wartet auch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die das Projekt plant. Sie ist zuständig, weil die Brücke Teil der Bundesstraßen 3 und 80 ist. Die Restnutzungszeit, also der Zeitraum, in dem das Bauwerk in der jetzigen Form noch sicher betrieben werden kann, läuft nach Angaben der Verkehrsbehörde Ende 2022 aus. Dann müsste die neue Brücke in Betrieb sein, damit der Verkehr weiter ungestört durch Münden fließen kann. Bei einer veranschlagten Bauzeit von zwei Jahren wird die Zeit knapp.

Sollte mit dem Bau nicht rechtzeitig begonnen werden können, müssten weitere statische Untersuchungen stattfinden, „deren Ausgang und Schlussfolgerungen derzeitig nicht vorhersehbar sind“, teilte die Behörde jetzt auf Anfrage mit, ohne auf Details einzugehen. Früheren Angaben zufolge kann dies dazu führen, dass eine Lastbeschränkung festgelegt wird oder die Brücke nur noch einspurig genutzt werden kann. Von Ekkehard Maass

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