Wie die Arten verschwinden

Mündener Insekten-Schau: Schätze im Museum

In der Wildbienen-Pflanzen-Kiste, die draußen vor dem Museum im Welfenschloss Hann. Münden auf der Mauer steht, wachsen pflegeleichte Pflanzen, die Wildbienen anlocken.
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In der Wildbienen-Pflanzen-Kiste, die draußen vor dem Museum im Welfenschloss Hann. Münden auf der Mauer steht, wachsen pflegeleichte Pflanzen, die Wildbienen anlocken.

Hann. Münden – „Wo sind all die Blumen hin?“, fragt der Aufsteller in Form eines Insekts in der Ausstellung „Insekten am Limit – das leise Verschwinden der Arten“, welche die Biologinnen Barbara Hermanowski und Christiane Schröter-Kunze initiiert haben.

Gleichzeitig hat der kleine Kerl mit dem Ringelbauch im Städtischen Museum im Welfenschloss ein weiteres Problem: Die nächtliche Dauerbeleuchtung, die ständig zunimmt. „Gartenbeleuchtungen, wie Solar-LED-Lampen, sind nur als temporäre Lösung geeignet, beispielsweise für die Wegbeleuchtung bei einer Gartenparty“, ist neben dem Insektenaufsteller zu lesen. „Die Dauerbeleuchtung des Gartens ist wenig sinnvoll.

Viele Insekten und andere Tiere sind an die Dunkelheit angepasst und werden durch die Dauerbestrahlung in ihrer natürlichen Lebensweise gestört“, heißt es weiter. Eine Laterne, die neben dem Aufsteller steht, verrät, wie es besser geht. Mit einem Kippschalter kann zwischen zwei Einstellungen gewechselt werden: „gut für Insekten“ und „schlecht für Insekten“ steht zur Wahl.

Weißes Licht lockt Insekten in den sicheren Tod

Schlecht für Insekten ist kaltweißes Licht, das unausgerichtet in die Gegend strahlt. „Es lockt viele Insekten in den sicheren Tod“, heißt es. Gut für Insekten sei hingegen warmweißes Licht ohne Anteil von ultravioletter Strahlung, das nach oben abgeschirmt ist und sich bei Nicht-Bedarf automatisch dimmt. Es störe das Verhalten der meisten Insekten nicht und spare darüber hinaus Energie, erfährt der Besucher. Die Art der Beleuchtung ist aus zwei Gründen entscheidend: Insekten sind äußerst wichtige Bestäuber von Pflanzen. Ferner sind sie die Nahrung von Insektenfressern. Von zu hellen Lampen werden sie irritiert und angezogen. Normalerweise orientieren sie sich am Licht des Mondes und der Sterne. Insekten, die Lampen umkreisen, sterben oder pflanzen sich seltener fort.

Doch zurück zu den fehlenden Blumen: Moderne Stein-Gärten, die nur auf den ersten Blick pflegeleicht sind, bieten Insekten keine Nahrung und keinen Unterschlupf. Besser wäre eine Wildbienen-Pflanzen-Kiste, wie sie draußen vor dem Museum auf der Mauer steht. Erläuterungen zu der Kiste mit pflegeleichten Pflanzen gibt es im Eingangsbereich des Schlosses in der Museumsvitrine im Erdgeschoss. Der Gold-Felberich und das Pfennigkraut, das ebenfalls gelb blüht, sowie die vielen Glockenblumenarten, die meistens blau oder weiß blühen, locken verschiedene Wildbienenarten an.  

Info: Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 05541/75 202 und 75 348, ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Kinder bis 7 Jahre ist frei, darüber kostet er 1,80 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 2,50 Euro.

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