Wieder Ehe-, Familien- und Lebensberatung bei der Diakonie in Hann. Münden

Bietet Gespräche an: Gloria Frank , Ehe-, Familien- und Lebensberaterin beim Diakonischen Werk in Hann. Münden. Foto: Sangerhausen

Hann. Münden. Gut ein Jahr war die Stelle vakant, jetzt bietet die Kirchenkreissozialarbeit bei der Diakonie in Hann. Münden wieder Ehe-, Familien- und Lebensberatung an. Diese steht allen offen, unabhängig von Religion oder Konfession.

Sich das, was bedrückt, eine Stunde lang von der Seele reden: Allein das könne schon eine Entlastung sein, sagt Gloria Frank. Die 47-Jährige hat vor kurzem ihre Arbeit als Ehe,- Familien- und Lebensberaterin beim Diakonischen Werk Hann. Münden aufgenommen. Ratsuchende finden nun wieder immer mittwochs am Nachmittag im Corvinushaus einen Raum, in dem sie offen über das sprechen können, was ihnen das Leben schwer macht.

Die Beraterin unterliegt der Schweigepflicht. Nichts von dem, was im Beratungsgespräch gesagt wird, dringt nach außen. Nicht einmal, wenn, Gloria Frank selbst Unterstützung sucht, weil man es nicht immer schaffe, die Schicksale anderer nicht an sich herankommen zu lassen.

Gloria Frank hat 1993 ihr Diplom als Logopädin erhalten. In diesem Beruf habe sie nicht nur mit Kindern, sondern auch viel mit Erwachsenen gearbeitet, erzählt sie. Da sei eine psychosoziale Beratung oft mit eingeflossen. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt bei Göttingen.

Als Ehe- und Lebensberaterin arbeite sie seit 2010, war bei der Diakonie in Kassel tätig und arbeitet neben ihrer Stelle in Münden freiberuflich. Denn: Es ist eine Teilzeitstelle mit einem Beratungsnachmittag pro Woche.

Darin sieht Superintendent Henning auch die Ursache für die lange Vakanz: Leben könne man davon nicht, die Aufgabe könne nur jemand übernehmen, der noch eine andere Arbeit hat. Etwas über ein Jahr war die Stelle verwaist gewesen, sagt Superintendent Thomas Henning. Er freue sich, dass sie nun wieder kompetent besetzt werden konnte.

„Ich sehe mich nicht als diejenige, die Lösungen liefert“, sagt Gloria Frank. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam einen Weg zu finden. Im Gespräch versuche sie herauszufinden, welche Fähigkeiten jemand hat, um mit einem Problem selbst fertig zu werden.

Bei Paarberatungen gehe es oft erstmal darum zu erkennen, wie die beiden Menschen miteinander kommunizieren, ob es eingefahrene Verhaltensmuster gibt, die man angehen müsste, beschreibt sie eine Aufgabe.

Beziehungsprobleme, Erschöpfung, Überforderung durch den Beruf oder durch familiäre Aufgaben seien typische Gründe, warum Menschen die Beratungsstelle aufsuchten. Sie leiste allerdings keine Therapie, macht die Beraterin deutlich: Wenn im Gespräch deutlich werde, dass jemand mehr braucht, als die Beratungsstelle leisten kann, wird weitervermittelt, „dann versuchen wir, eine Psychotherapie zu organisieren“. Die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Ärzten sei sehr gut, betonen Henning und Frank. Allerdings gebe es zu wenig Plätze: Das Beratungsangebot der Diakonie helfe dann, die Wartezeit zu überbrücken. (tns)

Kontakt: Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung bei der Diakonie in Hann. Münden steht allen offen, unabhängig von Religion oder Konfession. Eine telefonische Anmeldung zur Beratung ist unbedingt erforderlich: 05541/98 19 15, Bürozeiten (für die Anmeldung) sind montags bis donnerstags je von 9 bis 12 Uhr sowie montags von 15 bis 18 Uhr. Der Gesprächsraum befindet sich in Münden im Corvinushaus, Ziegelstraße 16, ab dem 18. Juli, dann vorübergehend an der Welfenstraße 5 (Ex- Kurhessen-Kaserne, Grund für die Verlegung sind Baumaßnahmen, während derer die Diakonie vorübergehend umzieht.) (tns)

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