Glitzerpfeile weisen den Weg

Wieder Gottesdienste im Altkreis

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Alles ist vorbereitet: Küsterin Margit Apsel (links) und Pastorin Annette Lapp laden wieder zu Gottesdiensten in die St. Markus-Kirche nach Scheden ein. 

Am Sonntag finden im Kirchenkreis Münden erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder Gottesdienste statt.

Zugleich weist der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis darauf hin, dass wegen der Corona-Krise besondere Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften gelten. Zudem sei die Anzahl der Sitzplätze begrenzt und es werde dringend empfohlen, einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen.

Umfangreiche Vorbereitungen

Die Kirchengemeinden haben sich auf diese besondere Situation vorbereitet. In der St. Markus-Kirche in Scheden etwa hat Pastorin Annette Lapp zusammen mit Küsterin Margit Apsel die Kirchenbänke vermessen. Dort findet am Sonntag ab 17 Uhr erstmals wieder ein Gottesdienst statt.

Damit dabei alles glatt läuft und das Ansteckungsrisiko für die Gemeindemitglieder so gering wie möglich gehalten wird, hat der Kirchenvorstand ein Krisenkonzept erarbeitet: mit Händedesinfektion beim Reinkommen, Mund-Nasen-Schutz für alle als Pflicht, einer geregelten Laufrichtung und Sicherheitsabstand.

Wer sich nicht völlig gesund fühlt wird gebeten, zuhause zu bleiben.

Auf Absperrungen indes verzichtet Pastorin Lapp. Das sei viel zu negativ. Stattdessen wird positiv gekennzeichnet: „Hier ist Platz für dich“ steht auf den Zetteln, die alle 1,50 Meter auf den Kirchenbänken liegen. Platz für je einen Kirchenbesucher. „Wenn Familien kommen, dürfen diese natürlich zusammensitzen“, sagt Lapp. Das verändert dann die Position des nächsten Gastes. Damit es dadurch keine Irritationen gibt, werden am Sonntag zwei Platzanweiser die Besucherinnen und Besucher zu den Bänken begleiten und für Fragen zur Verfügung stehen. Glitzernde Pfeile, auf den Boden aufgeklebt, zeigen, wo es langgeht: Vorn in die Kirche hinein, nach dem Gottesdienst durch den Hinterausgang hinaus.

Dort werden draußen die Opferstöcke aufgestellt, damit die Kollekte kontaktlos eingesammelt werden kann, erläutern Margit Apsel und Annette Lapp.

Teelichter als Hilfe zum Abzählen

50 Personen passen mit dem vorgeschriebenen Abstand in die Kirche, wenn alle einzeln sitzen. Wie behält man da am Eingang den Überblick, wie viele schon drin sind?

Mit abgezählten Teelichtern: Jeder Besucher nimmt sich eines am Eingang mit. Am Ende des Gottesdienstes werden die kleinen Kerzen angezündet und können auf dem Weg nach draußen auf den Altar gestellt werden. Wenn man einkaufen gehe, so die Pastorin, spüre man zurzeit durchaus, dass die Atmosphäre sich verändert habe.

Es gebe ein gewisses Misstrauen dem Anderen gegenüber, da sei der Gedanke, „er könnte eine Gefahr für mich sein.“ So soll sich der Gottesdienst aber definitiv nicht anfühlen. Vorschriften und Einschränkungen sollen die Zusammenkunft nicht trüben.

Das ist das Ziel des ausgetüftelten Konzeptes. Die Musik werde ihren Teil dazu beitragen. Sie erklingt von der Empore: Es spielen Gabriele Renneberg, Orgel, und Carola Schmidt, Querflöte.

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