Eigentümer ersteigern Inventar

Wieder Hoffnung fürs Kino in Hannoversch Münden

Schiller-Lichtspiele in Münden: Für den Weiterbetrieb haben sich drei Interessenten gemeldet.
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Schiller-Lichtspiele in Münden: Für den Weiterbetrieb haben sich drei Interessenten gemeldet.

Für einen Weiterbetrieb des Kinos in Hann. Münden gibt es neue Hoffnung: Die Erbengemeinschaft Schiller, die das Kino besitzt, hat die Insolvenzmasse des bisherigen Mieters ersteigert.

Hann. Münden – Das berichtet Andreas Kilian, Rechtsanwalt der Erbengemeinschaft. Zur Höhe des Gebotes könne er allerdings keine genauen Angaben machen, so Kilian. Das Startgebot für das komplette Paket hatte bei 16 000 Euro netto gelegen (wir berichteten). Auch hinsichtlich eines möglichen künftigen Betreibers gebe es positive Nachrichten: Bisher hätten sich drei potenzielle Interessenten gemeldet, mit einem von diesen habe es bereits vielversprechende Gespräche gegeben. Ziel sei es nun, in Ruhe zu klären, unter welchen Bedingungen ein neuer Betreiber das Kino weiterführen könnte. Klar sei, dass die derzeitige Coronakrise die Situation für alle Kinos erschwere.

„Wir blicken aber optimistisch in die Zukunft und hoffen, dass es einen neuen Betreiber geben wird und dieser auch starten kann, sobald es die Coronalage erlaubt“, sagt Kilian.

Die Eigentümer der Mündener Schiller-Lichtspiele hatten vor dem Landgericht Göttingen eine Räumung des Mündener Kinos erwirkt. Das Oberlandesgericht Braunschweig hatte eine Berufung des Betreibers am 3. Juni 2020 zurückgewiesen. Die Erbengemeinschaft hatte geklagt, da der bisherige Mieter von November 2017 bis Juni 2019 weder Miete, noch Nebenkosten noch eine Nutzungsentschädigung gezahlt hatte.

Die Insolvenzmasse des bisherigen Mieters, darunter Projektoren, Bestuhlung und Leinwand ist Ende Januar 2021 bei der Proventura Industrie-Auktion GmbH zur Versteigerung angeboten worden. Hätte ein externer Bieter Teile oder das gesamte Inventar ersteigert, dann hätte dies den Weiterbetrieb des Kinos erschwert, fürchtete Rechtsanwalt Andreas Kilian.

Es sei bitter, dass die Erbengemeinschaft, die über lange Zeit keine Miete erhalten habe, nun selbst die Insolvenzmasse des Schuldners habe ersteigern müssen, um das Kino zu retten. (Thomas Schlenz)

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