Gefahr durch die Schweinepest

So viele Wildschweine wie noch nie in der Region

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Haben sich enorm vermehrt: Zahlen aus der Trichinenuntersuchung und den Jagdstrecken zeigen, dass es noch nie so viele Wildschweine gab wie derzeit.

Altkreis Münden. Die Jäger in der Region werden dieses Jahr vermutlich so viele Wildschweine schießen wie noch nie: Die Zahlen der auf Trichinen untersuchten Wildschweine deuten darauf hin, dass viele der Tiere zur Strecke gebracht wurden.

Demnach wurden im vergangenen Jahr bis zum 31. Dezember exakt 4475 Wildschweine veterinärbehördlich auf Trichinen untersucht. In der Untersuchungsstelle Hann. Münden-Oberode waren es davon bis Ende Dezember 834 Tiere im Vergleich zu 438 Fällen im Jahr 2016. Die Situation kann auch Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst, Leiter des Forstamtes Münden, bestätigen. „Solch hohe Strecken wie in diesem Jahr hatten wir noch nie“, sagt er und berichtet von Gemeinschaftsjagden, auf denen über 100 Wildschweine geschossen wurden.

Nach Angaben des Landkreises sei der hohe Wildschweinbestand ein landes- und bundesweites Phänomen. Ursache sei eine gute Ernährungslage bei Wildschweinen, was die Fortpflanzung begünstigt. Die hohen Schwarzwildbestände sind auch für Nichtjäger sichtbar: Sportplätze und Gärten werden umgewühlt, auch im Kasseler Bergpark haben die Schwarzkittel Schäden angerichtet. Und jetzt droht auch noch die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest, die bereits in Osteuropa grassiert. Diese ist für Haus- und Wildschweine meist tödlich, für den Menschen jedoch ungefährlich.

Die Jäger kämen ihrem Auftrag nach und seien bei der Wildschweinbejagung bereits am Limit, sagt Kreisjägermeister Axel Eichendorff. Er sei kein Prophet, gehe aber davon aus, dass die Schweinepest auch unsere Region erreiche: „Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Wir werden das nicht verhindern können."

Alle Tiere, die zum Verzehr durch den Menschen vorgesehen sind, müssen auf Trichinen – das sind Fadenwürmer – untersucht werden. Die Zahlen zur Trichinenuntersuchung geben deutliche Hinweise auf die Anzahl der Wildschweine, bilden aber nicht die absolute Jagdstrecke ab. 

So können beispielsweise Wildhändler und Gastjäger, die ein Wildschwein in der Region schießen, dies auch woanders untersuchen lassen – und umgekehrt. Außerdem dauert das Jagdjahr abweichend vom Kalenderjahr vom 1. April bis zum 30. März des Folgejahres. Im Jagdjahr 2016/2017 wurden im Landkreis 2409 Wildschweine geschossen, davon 892 im Bereich Münden.

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