Fragen und Antworten

Wildschweine wüten in Bonaforth - Wer zahlt für die Schäden? 

+
Mehrmals wurden die Gärten von (von links) Gaby Weinberger und Heike Möller in Bonaforth bereits von Wildschweinen aus dem nahen Wald heimgesucht.

In Bonaforth treiben seit einigen Wochen Wildschweine ihr Unwesen. Die Hälfte einer rund 2500 Quadratmeter großen Rasenfläche haben sie in einem Privatgarten bereits umgegraben. 

Abgelegen am Rand des Kaufunger Waldes in Bonaforth steht ein Doppelhaus, das bei anbrechender Dunkelheit regelmäßig heimgesucht wird. Allerdings nicht von Gespenstern und bösen Geistern, sondern von Wildschweinen, die in den Gärten von Heike Möller (58) und Gaby Weinberger (48) nach Nahrung suchen und die Rasenflächen in einen „Saustall“ verwandeln.

Das Ausmaß ist immens: Bereits fünf Mal hätten die Tiere seit Anfang September ihr Unwesen getrieben und gut die Hälfte der rund 2500 Quadratmeter großen Rasenfläche umgegraben, schildert Hauseigentümerin Heike Möller. 

Wildschweine waren früher bereits zugange

„Es sind früher immer schon mal wieder Wildschweine auf dem Grundstück gewesen“, sagt Gaby Weinberger. Eine solch große Verwüstung hätte es aber noch nie gegeben.

Zwischenzeitlich hatten die beiden die Rasenflächen sogar wieder hergestellt, mussten sich letztlich aber den Wildschweinen geschlagen geben. „Wir lassen das Grundstück nun bis zum nächsten Jahr in diesem Zustand“, sagt Heike Möller.

Wie sich Privatpersonen vor solchen nächtlichen Besuchen schützen können und was im Falle eines Aufeinandertreffens mit den Schweinen zu tun ist, erfuhren wir im Gespräch mit Kreisjägermeister Axel Eichendorff und Susanne Gohde, Leiterin des Mündener Stadtwaldes.

Wir beantworten die drängendsten Fragen zum Thema

Wieso tauchen Wildschweine in Wohngebieten auf?

Die Tiere können von frei zugänglichen Komposthaufen angezogen werden, sagt Kreisjägermeister Axel Eichendorff. Aber auch Rasenflächen durchwühlen sie auf der Suche nach Regenwürmern und Engerlingen – das war nun auch in Bonaforth der Fall.

Wie können Privatpersonen den eigenen Garten schützen?

„Vollständig geschützt werden können Gärten nur durch einen massiven Zaun, der das gesamte Areal umschließt“, sagt der Kreisjägermeister. Außerdem sollten Gärten nicht verwildert sein, heißt: nicht viel Deckung für die Tiere bieten. Im aktuellen Fall in Bonaforth ist das Problem, dass das Grundstück direkt am Wald liegt, der den Tieren Schutz bietet.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man einem Wildschwein begegnet?

Generell hätten die Tiere mehr Angst vor dem Menschen als andersherum. Man dürfe sie allerdings nicht in die Enge treiben und müsse ihnen immer eine Fluchtmöglichkeit offenlassen.

Zu welcher Jahreszeit sind Wildschweine besonders gefährlich?

In der Regel werfen die Bachen ihre Frischlinge im Frühjahr. Besonders gefährlich sei es, wenn man zwischen die Jungtiere und die Bache gerate.

Müssen Kommunen für die verursachten Wildschäden aufkommen?

Wohngebiete sind befriedete Bezirke, sagt Susanne Gohde vom Stadtwald. Das heißt: Dort ruht die Jagd, es darf aus Sicherheitsgründen nicht geschossen werden. Für die verursachten Schäden kommen weder Gemeinde noch Jäger oder Jagdgenossenschaften auf. 

„Die Tiere sind herrenlos“, sagt Gohde. Im Privatgarten müssen Grundstückseigentümer also den verursachten Schaden zahlen. Die Einsicht, einen Zaun bauen zu müssen, haben auch Heike Möller und Gaby Weinberger längst erlangt: „Anders werden wir die Tiere nicht in den Griff bekommen“, sagen beide im Gespräch mit der HNA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.