Kein Verständnis für die Planungen

Windkraftdebatte: Keine Verspargelung des Reinhardswaldes

NDR 1, Windkraft im Reinhardswald Muntere Diskussionsrunde, von links: Bürgermeister Harald Wegener, Moderator Hans-Jürgen Otte und Gabriele Niehaus-Uebel. Foto:  Niesen

Hann. Münden. Energiewende ja, aber ohne eine Verspargelung des Reinhardswalds mit Windkraftanlagen. Das ist das Fazit einer Diskussionsveranstaltung, zu der Hörfunksender NDR 1 in den Rittersaal des Welfenschlosses in der Drei-Flüsse-Stadt eingeladen hatte.

In ihr ging es um die Pläne, im Reinhardswald Windkraftanlage zu bauen. Je nach Standpunkt wird von bis zu 30 oder sogar bis zu 100 Anlagen gesprochen.

Allein der grüne Politiker und Vizepräsident der Regionalversammlung Nordhessen, Thomas Ackermann, verteidigte die Baupläne vor rund 100 Zuhörern in der teils emotionsgeladenen Runde. „Wir haben keine windgünstigen Standorte, die nicht bewaldet sind.“ Ohne Windkraftanlagen sei die Energiewende nicht zu schaffen.

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener sagte, er habe angesichts von 950 000 Tagestouristen jährlich „überhaupt kein Verständnis“ für eine Planung, die auf über 35 Jahre angelegt ist, das Landschaftsbild zerstöre und dem Tourismus schade. „Wir wollen im Fachwerkfünfeck mit Osterode, Northeim, Duderstadt und Einbeck Weltkulturerbe werden.“

Gabriele Niehaus-Uebel (Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald) beklagte in der von Hans-Jürgen Otte moderierten Aufzeichnung, dass mit der ökologisch richtigen Energiewende die Natur zerstört werde, „die wir schützen möchten“.

Der Bürgermeister der Gemeinde Wahlsburg, Jörg-Otto Quentin, der zu den Gründervätern der Energiegenossenschaft Reinhardswald zählt, sagte, nur über die Genossenschaft seien die Anliegergemeinden in der Lage, beim Planungsprozess mitzusprechen.

Die Aufzeichnung wird am Donnerstag, 11. Juni, um 19 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen ausgestrahlt. (zhp)

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