Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald übt Kritik

Windkraftgegner zu Genehmigungsverfahren im Reinhardswald: Praxis ist unfassbar

Gabriele Niehaus

Hann. Münden. Es sei unfassbar, dass die Hessische Landesregierung, vertreten durch die Minister Al-Wazir und Hinz (Grüne), sich durch die Mittelbehörde Windkraftanlagen auf den landeseigenen Flächen planen und genehmigen lasse. Das erklärt die Bürgerinitiative (BI) Oberweser-Bramwald.

Im Anschluss kassiere sie dann auch noch über Hessenforst die Pacht, so die Vorsitzende der BI, Gabriele Niehaus-Uebel: „Und dieses ohne Rücksicht auf die Belange der Menschen in Niedersachsen.“

Insbesondere der Landesbetrieb Hessenforst müsse sich dabei fragen lassen, wie die „Zerstörung des ihm anvertrauten Reinhardwaldes mit dem selbst auferlegten Leitbild der Daseinsvorsorge für Mensch und Natur vereinbar ist“. Denn der Wald „braucht eine kompetente Lobby“, heiße es darin.

Niehaus-Uebel: „Diese Kompetenz bezweifelt die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald. Im niedersächsischen Landeswald ist eine solche Zerstörung zusammenhängender, alter Buchenwälder für den Bau von Windkraftanlagen, wie es von der Hessenforst akzeptiert wird, undenkbar.“

Um eine entsprechende Akzeptanz, zumindest in den hessischen Städten und Gemeinden, gegenüber der Zerstörung des Lebens- und Naturraumes durch Windkraftanlagen zu schaffen, sollen nun rückwirkend ab dem 1. Januar 2016 über einen Zeitraum von drei Jahren die Hessischen Anrainerkommunen 20 Prozent der Pachteinnahmen aus dem hessischen Staatswald erhalten, heißt es weiter in der Mitteilung der BI. Hier werde vermutlich getreu dem Motto gehandelt: „Auf wen die Grünen Minister des Hessischen Wirtschafts- und Umweltministeriums nicht direkt zugreifen können, der wird gekauft“, so Niehaus-Uebel.

Sie macht deutlich: „Die BI wird alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz unseres Naturraumes gegen eine Industrialisierung ausschöpfen und dieses länderübergreifend.“

Eine Industrialisierung des Reinhardswaldes würde zur unwiederbringlichen Zerstörung des bisher intakten, einzigartigen Ökosystems führen. Die BI ruft daher alle betroffenen niedersächsischen, aber auch hessischen Kommunen dazu auf, gemeinsam mit ihren Bürgern sich im Schulterschluss gegen die Zerstörung der Lebensgrundlage von Mensch und Natur in der Region Bramwald-Reinhardswald zur Wehr zu setzen.

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