Genehmigung von der Deutschen Flugsicherung abgelehnt

Windpark Gahrenberg vor dem Aus

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Die Stadt Hann.Münden ist wie die Gemeinde Reinhardshagen entschiedener Gegner eines Windparks auf dem Gahrenberg. Mit dieser Fotomontage will die Stadt zeigen, dass Windräder einen massiven Eingriff ins Landschaftsbild darstellen.

Der geplante und umstrittene Windpark Gahrenberg im Reinhardswald steht vor dem Aus. Wie unsere Zeitung erfahren hat, lehnt die Deutsche Flugsicherung (DFS) die Genehmigung des Windparks ab. Der Grund: Die Anlagen würden die Flugrouten zum Kassel Airport in Calden beeinträchtigen.

Im Sommer war die ursprünglich 550 Hektar große Windvorrangfläche KS 26 bereits um die Hälfte geschrumpft. Der südliche, in räumlicher Nähe zur Stadt Hann.Münden gelegene Teil wies eine zu große Nähe zu den Flugrouten des Caldener Flughafens auf. Die Projektierer, ABO Wind und GGEW AG aus Südhessen reduzierten daraufhin die geplante Zahl der Anlagen von 20 auf zehn.

Wie sich bei den Vorbereitungen für das Genehmigungsverfahren jetzt herausstellte, würden die bis zu 240 Meter hohen Windkraftanlagen auf der übrig geblieben Vorrangfläche ebenfalls ein offenbar unüberwindbares Problem für den Flugverkehr darstellen. Das wurde der Fluglärmkommission vom Regierungspräsidium Kassel Ende November mitgeteilt.

Eine von ABO Wind beantragte Änderung der Flugrouten lehnen DFS und Fluglärmkommission ab. Eine Verschiebung der Routen würde zu Lasten der Bevölkerung gehen, heißt es.

Projekt noch nicht gänzlich abgehakt

Lena Fritsche, Sprecherin von ABO Wind, sagte auf HNA-Anfrage: „Wir wissen, dass es jetzt sehr schwierig wird.“ Das Projekt sei aber noch nicht gänzlich abgehakt. Sollten die Projektpartner zu dem Schluss kommen, die Planung einzustellen, würde das auf der Homepage www.windpark-gahrenberg.de bekannt gegeben.

Der Gahrenberg liegt im Zuständigkeitsbereich des Forstamts Reinhardshagen. Bei der Ausschreibung der Windvorrangfläche durch den Landesbetrieb Hessen Forst war 2016 die Bietergemeinschaft von ABO Wind und GGEW erfolgreich. 

Hintergrund: 

Kommunaler Protest gegen Windparkpläne

Wie alle von der Regionalversammlung Nordhessen im Teilregionalplan Energie ausgewiesenen Windvorrangflächen im Reinhardswald war auch KS 26 „Gahrenberg“ von Anfang hoch umstritten. Wald- und Umweltschützer befürchten, dass Windkraftanlagen zur Zerschneidung und Beeinträchtigung des einzigartigen Naturraums beitragen. Den Protesten schlossen sich auch die Gemeinde Reinhardshagen auf hessischer und die Stadt Hann.Münden auf niedersächsischer Seite an.

Neben negativen Umwelteinflüssen befürchtet man in Hann.Münden eine massive Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Der Stadtrat verabschiedete eine Resolution „Keine Growiane über Hann.Münden“. Darin werden Einbußen im Tourismus sowie Attraktivitäts- und Werteverlust als Wohnstandort befürchtet.

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