Anlage auf Gahrenberg wird 150 Meter hoch

Windpark im Reinhardswald: Messmast wird im April montiert

Hann. Münden. Die Planungen der Windkraftanlagen um Hann. Münden schreiten voran. Siegfried Pflum, Leiter der Stadtplanung in Münden, erläuterte jetzt im Umweltausschuss der Stadt Eckpunkte zum gegenwärtigen Stand.

Die Zahl der zuletzt geplanten Anlagen, die bis zu 240 Meter hoch sein sollen, ist laut Pflum von 20 auf 19 gesunken. Eine Windanlage sei aus der Planung herausgefallen, weil ein Rotmilan in Standortnähe nachgewiesen worden sei. Die Betreiber halten hingegen 20 Anlagen noch für möglich.

Anfang April wird am Gahrenberg im Reinhardswald ein Windmess-Mast errichtet, teilt Projektentwickler ABO Wind auf Anfrage mit. Damit soll die sogenannte Windhöffigkeit gemessen, die Eignung des Standortes für Windkraftanlagen präzisiert werden. Die Entfernung von der Tillyschanze zum Mast beträgt vier Kilometer. Die Höhe der Anlage: ungefähr 140 Meter.

Die Flugsicherung wurde laut Pflum noch nicht offiziell zum Gahrenberg angehört. Ob der Windpark aus Gründen der Flugsicherung eingeschränkt werden muss, sei offen. Das Ziel der Stadt Hann. Münden sei, „den Windpark weitestmöglich zu reduzieren“. Am Ende entscheide dann die Wirtschaftlichkeit, ob der Park komme oder nicht – eine Entscheidung des Energiedienstleisters GGEW aus Bensheim und ABO Wind. Sollten die Windräder genehmigt werden, ist mit dem Bau 2019 zu rechnen.

Bewegung gibt es auch bei der Entwicklung des geplanten Windparks Steinberg bei Ziegenhagen im Werra-Meißner-Kreis nahe der Grenze zum Landkreis Göttingen. Das Planverfahren sei eingeleitet worden, so Siegfried Pflum: „Die Zufahrt ist über niedersächsischem Terrain, geplant sind vier Anlagen.“ Der Standort Steinberg gilt mit Windgeschwindigkeiten von sechs bis 6,5 Metern pro Sekunde als „eine der besten Lagen für Windkraft in Nordhessen“, sagte unlängst der Geschäftsführer der Stadtwerke Witzenhausen, Thomas Meil. (awe) ZUM TAGE

Zum Tage von Axel Welch: Noch nicht genehmigt

"Die Growiane, die großen Windenergieanlagen, passen nicht zur Kulisse der Fachwerkstadt Hann.Münden. Trotzdem rücken sie näher, schreiten die Planungen voran. Am Gahrenberg nahe der Tillyschanze, so die Absicht der Betreiber, soll ein Park moderner Windräder entstehen - im Sichtfenster der Dreiflüssestadt.

An diesem Beispiel wird der Gegensatz von fortschrittlicher Technologie und historischem Erbe ganz deutlich. Es muss etwas zusammenpassen, was eigentlich nicht passt. Dennoch werden, vorausgesetzt ein Windpark entsteht am Gahrenberg, die Mündener mit dieser Situation umgehen müssen. Veränderungen gab es immer -und wird es auch weiter geben. Die Sorge, nach dem bei vielen Südniedersachsen infrage gestellten Flughafen Calden nun ein zweites unerwünschtes Großprojekt aus Hessen aufgedrückt zu bekommen, ist berechtigt. In Lethargie sollte dieses aber nicht münden. Das Ziel der Stadt, „den Windpark weitestmöglich zu reduzieren“, muss weiter bestehen. Die Pläne sind noch nicht genehmigt."

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