Kritik am Winterdienst in Hann. Münden

Winterdienst in Hann. Münden: Es mangelt an Streusalz

Die Hauptstraßen in Hann. Münden sind geräumt, wie hier der Kreisel zum Vogelsang, Philosophenweg und Galgenberg zeigt. Rechts im Bild führt eine Straße zu einem Parkplatz, die sich Autos und Fußgänger teilen.
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Die Hauptstraßen in Hann. Münden sind geräumt, wie hier der Kreisel zum Vogelsang, Philosophenweg und Galgenberg zeigt. Rechts im Bild führt eine Straße zu einem Parkplatz, die sich Autos und Fußgänger teilen.

Der plötzliche Wintereinbruch brachte die Winterdienste an ihre Grenzen. In Hann. Münden werden die Dienste von vielen kritisiert. Die Stadt sagt: Es fehle an Streusalz.

Hann. Münden – Der starke Schneefall und die kalten Temperaturen bringen die Räumdienste im Altkreis Münden an ihre Grenzen. Ein Problem sei der Mangel an Streusalz, berichtet Hann. Mündens Stadtsprecherin Julia Bytom.

Zwar seien, wie jedes Jahr, 150 Tonnen Salz eingelagert worden, doch die Heftigkeit des Wintereinbruchs habe die Kommunalen Dienste (KDM) überrascht. Das Salz sei verbraucht, man benötige Lieferungen, die stückweise eintreffen. Auch habe das Salz ab gewissen Temperaturen einfach seine Grenzen erreicht. In einer Stellungnahme von Bürgermeister Harald Wegener heißt es: „Der Bereich Kommunale Dienste hält nicht die Kapazitäten vor, um bei diesen extremen Schneemassen und Minus-Temperaturen bereits jede Straße und jeden Gehweg im Stadtgebiet geräumt und gestreut haben zu können, zumal die Stadt Hann. Münden über verkehrswichtige Straßen verfügt und dementsprechend Prioritäten setzen muss.“ Zudem arbeite der KDM im Schichtdienst, um die optimale Auslastung der Gerätschaften zu gewährleisten.

Salz wurde eingelagert, aber heftiger Winter überraschte

Zahlreiche Beschwerden gingen bei der Stadt ein, so Julia Bytom. Auch unsere Zeitung erreichten einige Kommentare der Leser. Momentan seien die Dienste auf die Haarthsraße konzentriert, heißt es weiter von der Stadt. Allerdings wird eine Freigabe wahrscheinlich erst kommende Woche erfolgen. „Die Landesbehörde muss eine Freigabe veranlassen, weil dies eine Landesstraße ist“, so Bytom. Sie weist darauf hin, dass Sperrungen ernstgenommen werden sollen. Ein Problem stellt auch die Alte Werrabrücke dar. Laut einer Leserzuschrift ist diese schlecht geräumt und dies mache vor allem Senioren Probleme. Die Brücke stelle die Räumdienste vor eine Herausforderung, beschreibt Bytom die Situation. Auf der Brücke könne normales Streusalz nicht eingesetzt werden, da dies die Bausubstanz zu stark angreife.

Bewohner: Stadt räumt nicht richtig

Auch aus Neumünden, genauer wegen der Brüder-Grimm-Straße, habe es Beschwerden gegeben, berichtet Stadtsprecherin Bytom. Darauf antwortet Bürgermeister Wegener in einem Schreiben: „Mit unseren Winterdienstfahrzeugen kann technisch und bei den Minus-Temperaturen aktuell keine Wirkung erzielt werden, sodass in der nächsten Woche die Brüder-Grimm-Straße mit Radladern und Lkw frei geschoben wird.“ Allgemein sei auf vielen Nebenstraßen der Winterdienst im Einsatz gewesen, hätte aber oft technisch nichts ausrichten können. Oftmals habe man aber zumindest Spuren freischieben können.

Julia Bytom erinnert an die Räumpflicht der Hauseigentümer. Diese nicht zu beachten sei eine Ordnungswidrigkeit. Zudem mahnt sie, dass der Schnee am besten, falls vorhanden, in den Vorgarten geschippt werden sollte und nicht auf die Straße. Ihr sei bewusst, dass die aktuellen Wetterverhältnisse eine Ausnahmesituation darstellen.

Dransfeld: Winterdienste von heftigem Winter überrascht

Auch in den anderen Kommunen des Altkreises versuchen die Winterdienste, oft unterstützt von Landwirten, die Straßen freizubekommen. In der Samtgemeinde Dransfeld beispielsweise standen vor allem die Hauptverkehrsachsen auf der Prioritätenliste ganz oben, berichtete uns Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers am Anfang der Woche, nach dem starken Schneefall. Das schiere Ausmaß habe auch dort die Dienste überfordert. (Jens Döll)

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