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Bürger sanieren in Münden Altstadthaus

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Es geht voran: Unser Bild zeigt die ehrenamtlichen Helfer Hermann Staub, Stefan Schäfer (o.v.li.), Barbara Brübach, Joche Eicke (re.) sowie Uwe Völke, der für die Sanierung des Hauses Ziegelstraße 65 fest angestellt ist.
Es geht voran: Unser Bild zeigt die ehrenamtlichen Helfer Hermann Staub, Stefan Schäfer (o.v.li.), Barbara Brübach, Joche Eicke (re.) sowie Uwe Völke, der für die Sanierung des Hauses Ziegelstraße 65 fest angestellt ist. © Ekkehard Maass

Die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt hat für ihr Sanierungsprojekt an der Ziegelstraße 65 zur Bauwoche aufgerufen. Es geht gut voran.

Hann. Münden. – Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Bauwoche am Haus Ziegelstraße 65 ein Erfolg wird. Seit Montag arbeiten täglich ehrenamtliche Helfer am vierten Sanierungsprojekt der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt. Und es geht voran. „Wir sind gut im Plan“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Demandt. „Was wir uns vorgenommen haben, schaffen wir.“

Im Dachgeschoss, wo Bad und Schlafzimmer geplant sind, stehen schon die Zwischenwände und auch die Elektroleitungen sind verlegt, im Obergeschoss mit dem künftigen Wohnzimmer laufen die Lehmarbeiten an den Wänden, und an der eingerüsteten Außenfassade bereiten die Helfer das Holz für den neuen Außenanstrich vor. Es muss abgeschmirgelt und ausgebessert werden.

Die Farben hat Genossenschaftsmitglied Barbara Brübach zusammen mit Sabine Momm, Architektin und Vorstandsmitglied, ausgesucht. Die Wahl für die Fassade fiel auf ein mittleres Grau mit einem leichten Grünton, die Haustür soll ockergelb werden. Barbara Brübach ist Gründungsmitglied der Bürgergenossenschaft. „Die Idee ist einfach gut“, sagt sie. Die Künstlerin betreibt in der Mündener Altstadt das Werkstattatelier für Druckgrafik und Typografie „Fette Typen“. Seit Montag geht sie jeden Tag auf die Baustelle.

Es ist nicht die erste Fassade, an der sie mitarbeitet. Sie war auch bei den Genossenschaftsprojekten in der Speck- und der Radbrunnenstraße mit dabei. „Wir machen ja die Häuser, die keiner mehr will.“ Es sind leer stehende Gebäude, die die Genossenschaft erwirbt, saniert und vermietet. „Wenn ich möchte, dass die Innenstadt lebens- und liebenswert ist, muss ich mit anpacken“, sagte die 59-Jährige. „Man kann nicht warten, bis andere das tun.“

An der Bauwoche haben bisher vor allem Helfer teilgenommen, die sich auch schon an früheren Projekten der Genossenschaft beteiligt haben. Am Montag seien es 14 gewesen, Dienstag sieben und gestern ähnlich viele. Es sei aber jeder willkommen, einfach auf der Baustelle vorbeizuschauen und mitzuhelfen, sagt Demandt.

Die Bauwoche dauert noch bis kommenden Samstag. Beginn ist täglich um 8.30 Uhr. Das Ende sei offen. Gegen 12.30 Uhr gibt es ein Mittagessen für die Helfer. So wie die Arbeiten derzeit vorangehen, hofft Demandt nun, dass das Haus sogar schon zum Denkmalkunst-Festival Anfang Oktober fertig sein könnte.

Das Projekt Ziegelstraße 65

Im Januar 2020 hat die Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt das Haus Ziegelstraße 65 für eine fünfstellige Summe im unteren Bereich gekauft und im Februar des selben Jahres auch begonnen, es zu sanieren.

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein kleines dreigeschossiges Haus in der Mündener Altstadt. Das Grundstück hat eine Grundfläche von rund 70 Quadratmetern, die Wohnfläche liegt bei rund 120 Quadratmetern. Wie dendrochronologische Untersuchungen von mehreren Balken ergaben, stammt es aus dem Jahr 1539.

Das Gebäude in der Ziegelstraße ist nach den Häusern Speckstraße 7, dem heutigen Künstlerhaus, Radbrunnenstraße 16, und Siebenturmstraße 5, das vierte, das die Genossenschaft in Angriff nimmt. Sie nennt es „Projekt Vier“.

Abgeschlossen sind die Objekte in der Speckstraße 7 und der Radbrunnenstraße 16. Bei dem Projekt in der Siebenturmstraße 5 handelt es sich um ein viergeschossiges Gebäude mit einer Wohnfläche von 50 Quadratmetern pro Etage und einer Grundstücksfläche von 111 Quadratmetern.   (Ekkehard Maass)

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